25.07.13 | Soziales LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch besucht Wohninitiative Mettingen
Dr. Wolfgang Kirsch (links) hat am Dienstag die Wohninitiative Mettingen besucht. Dort leben auch Philip Bühren und Anne Marleen Adolphi (von rechts).
Foto: WIM
Seit April 2011 wohnen an der Burgstraße 8, mitten im Dorf, sieben Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und sind Mieter der WIM, eines Elternvereins. Alle arbeiten in den Ledder Werkstätten (LeWe), fertigen Holzkisten, montieren Tesaroller oder verkaufen Wraps im Kiosk. Ihr Privatleben verbringen sie in Gemeinschaftsräumen und 35 Quadratmeter großen eigenen Appartments. Reinhard Jühe, Vater von Daniela, die bei Kaffee und Kuchen direkt neben Kirsch sitzt, berichtet, wie viel Elternengagement, Entgegenkommen des Privatinvestors und auch eigenes Geld (Ausstattung der Appartments) in diesem Projekt stecke. Kirsch ist beeindruckt und fragt Philip Bühren, wie ihm das Wohnen gefalle. ¿Ich finde das gut, weil ich selbst entscheiden kann, was ich tue und was nicht¿, sagt der junge Mann.
¿Ambulant vor stationär¿ ist die politische Vorgabe, die der LWL umzusetzen hat. Kirsch sagt: ¿Ambulantisierung darf nicht teurer sein als stationäres Wohnen.¿ Das gelingt aus Sicht des LWL beim Mettinger Wohnprojekt, weil der LWL nur die reinen Betreuungsleistungen finanzieren muss, aber keine Investitionskosten zu tragen hat.
Betreuung bedeutet hier: Die LeWe treten als Dienstleister im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens auf. Die WIM ist eine so genannte Hausgemeinschaft. Die Beschäftigten erhalten auf sie persönlich zugeschnittene Betreuungsleistungen von den LeWe-Profis in Form von so genannten Fachleistungsstunden und Hintergrunddiensten, beispielsweise die Nachtbereitschaft. Unterm Strich macht diese Angebotsform sehr flexible Hilfeangebote möglich.
LeWe-Mitarbeiter Matthias Linderkamp, der das Mettinger Projekt intensiv begleitet, betont, dass Stationäres Wohnen weiter dringend gebraucht werde für Menschen mit höherem Hilfebedarf. Kirsch hört geduldig zu und fragt nach: Wie man den Investor überzeugt habe, wie sich der Alltag für die Klienten gestalte, welche Assistenzen sie bräuchten und welche Arbeiten sie in der Werkstatt machten. Dann laden ihn Daniela Jühe, Philip Bühren und Dennis Kuhl in ihre Appartments ein und der Gast staunt über die gehobene Ausstattung, die das Elternengagement ermöglicht hat.
Mettingen sei ein gutes Beispiel dafür, wie man Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit größerem Hilfebedarf gestalten könne, so Kirsch. Ziel der Inklusion müsse eben auch sein, in jedem Ort Einrichtungen der Behindertenhilfe zu installieren.
Kaffeetafel mit Menschen mit Behinderung: Dr. Wolfgang Kirsch (2. von links) hat die Wohngemeinschaft an der Burgstraße besucht.
Foto: WIM
Dennis Kuhl (im Rollstuhl) zeigte den beiden Besuchern aus Münster (links) sein Appartment.
Foto: WIM
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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