27.10.04 | Der LWL Die Saline Gottesgabe in Rheine<br>Filmdokument erinnert an die historische Salzgewinnung im Münsterland</br>
Die Saline in den 50er Jahren.
Repro: LWL
Was kaum noch jemand weiß: Fast 1000 Jahre lang wurde in Rheine Salz gewonnen. Die bereits im Mittelalter entdeckten Solequellen, die sich einst im Besitz des Kreuzherrenklosters Bentlage befanden, waren zunächst nur für den Eigenbedarf der Mönche ausgebeutet worden. Erst als die Herren von Velen 1611 einen Nutzungsvertrag mit den Ordensbrüdern schlossen, nahm die Saline einen Aufschwung. Bald entwickelten sich die Geschäfte mit dem "weißen Gold" so gut, dass man ihr den Namen "Gottesgabe" verlieh.
Im 18. Jahrhundert schließlich stieg der münsterische Fürstbischof Clemens August in das profitable Geschäft ein. Er nahm den angesehenen Salzfachmann Joachim Friedrich von Beust in seine Dienste und ließ durch den Baumeister Johann Konrad Schlaun eine moderne Salinenanlage errichten mit einem für damalige Verhältnisse gewaltigen Dorngradierwerk von 300 Meter Länge und einer Höhe von 7,40 Meter.
Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein rentierte sich die Salzgewinnung in Rheine. Auf Dauer aber war die Produktionsstätte der Konkurrenz nicht gewachsen, und so ging man gegen Ende des Jahrhunderts dazu über, die Solequellen auch für Zwecke des Badebetriebes zu nutzen. Während das Solebad als "Städtische Saline Gottesgabe" bis zur endgültigen Schließung im Jahr 1995 in Betrieb blieb, wurde die Produktion von Salz bereits 1953 eingestellt.
Wenn am 31. Oktober das historische Salzsiedehaus im Salinenpark Rheine seinen neuen Bestimmung übergeben wird, wird der wiederentdeckte kleine Film ein zweites Mal uraufgeführt - an jenem Ort, an dem er vor annähernd 40 Jahren entstanden ist.
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