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Eine zusammengefaltete Zeitung liegt auf einem Tisch

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mit viel Erfahrung behandeln wir in der LWL-Klinik Lengerich Menschen mit den unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen. Dabei ist es uns ebenfalls wichtig, dass der Umgang mit den Krankheiten und den Patientinnen und Patienten auch in den Medien von hoher Qualität ist.
Wir wünschen uns eine objektive und sachliche Berichterstattung.
Wenn Sie Fragen dazu haben oder über unsere Veranstaltungen und Angebote berichten wollen, kontaktieren Sie gerne unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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Anti-Stigma-Arbeit

Ein Großteil der Bevölkerung empfindet Menschen mit einer psychischen Erkrankung auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft immer noch als schwach, „selbst schuld“ oder auch bedrohlich.
Psychiatrische Kliniken werden oft noch als abgeschiedene Orte mit vergitterten Fenstern und verschlossenen Türen dargestellt, in denen Patientinnen und Patienten mit Medikamenten ruhiggestellt und weitestgehend sich selbst überlassen werden.

Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Eine psychische Erkrankung kann jeden treffen, genauso wie ein Beinbruch, eine Infektion oder Krebs. Deswegen ist es wichtig, über die verschiedenen Krankheitsbilder Bescheid zu wissen, über die Linderungs- oder Heilungschancen, die Arbeit in unserer Klinik – und natürlich auch die Gefühle der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen. Dazu tragen wir zum Beispiel bei, indem wir unsere Klinik nach außen öffnen, mit vielen verschiedenen Veranstaltungen auf dem Klinikgelände, zu kulturellen oder auch medizinischen Themen.

Flyer und Broschüren

Die LWL-Klinik Lengerich veröffentlicht Flyer, Broschüren und andere Publikationen,
die wir Ihnen gerne senden.

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Pressemitteilungen

01.07.2021 Interaktive „Zaubertafel“ fasziniert demenzkranke Menschen und Pflegende

Alles nur eine Illusion? Nein. Projektion! Blätter fallen raschelnd auf einen Tisch, schwebende bunte Seifenblasen, Blaumeisen, die auf der Tischplatte sitzen und nach Futter picken, Schmetterlinge landen auf einer Hand, aus Pflanzlöchern wachsen Tomaten, es regnet und sie wachsen. Sechs Senioren sitzen um den Tisch und sehen auf diese wechselnden Szenen. Und greifen ein, im wahrsten Sinn.

Der „Zaubertisch“ oder die „Tovertafel“ wurde in den Niederlanden konzipiert und entwickelt, um die Passivität von Menschen mit Demenz zu durchbrechen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Ein Beamer, der an der Zimmerdecke über dem Tisch hängt, kann viele verschiedene Bilder, längere Szenen wie zum Beispiel Gartenarbeit vom Pflanzen bis zum Ernten, Grafiken, Wörter, Sätze und Töne projektieren. Das Faszinierende ist, dass alle Spiele interaktiv sind. Die Betrachter können nämlich die vermeintlichen Blätter mit der Hand wegwischen, Seifenblasen durch Berührung platzen lassen, Meisen füttern und Schmetterlinge auf dem Arm landen lassen. Sie können Buchstaben verschieben, um Worte zu vervollständigen und Töne durch Berühren einer Spieluhr erklingen lassen.

„Die Tovertafel ist etwas Besonderes, eine Innovation. Sie zeigt, wie Pflege heute moderne Technik einsetzen kann“, erklärt Christian Brake, Pflegeentwickler in der Abteilung Gerontopsychiatrie der LWL-Klinik Lengerich. Die Verbesserung der Lebensqualität durch Aktivierung sei ein wichtiger Bestandteil im Umgang mit Menschen mit Demenz. Die Tovertafel sei so konzipiert, dass für alle Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen ein passendes Spiel zur Verfügung stehe. Somit könne für jeden Betroffenen das richtige Maß zwischen Unter- und Überforderung gefunden werden.

Sie fördert die Aufmerksamkeit und kognitiven Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten. Sie regt die Sinne an und fördert die Gruppenzugehörigkeit und Beziehungsfähigkeit.

Auch Menschen mit schwersten Einschränkungen können durch die Tovertafel durch ihr eigenes Handeln eine Reaktion erhalten.

Seit letzten Januar ist die sogenannte Zaubertafel in der Abteilung Gerontopsychiatrie in der Lengericher Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LW) im Einsatz – ausschießlich mit positiven Effekten. „Ein Teil der Menschen mit Demenz zieht sich auf Grund der Auswirkungen der Erkrankung zurück, ist still, ängstlich und unsicher. Diese Menschen müssen wieder das Gefühl bekommen, dass sie aktiver Teil unter ihren Mitmenschen sind, dass die Dinge gut sind, so wie sie sie tun. Passivität ist für uns Pflegende ein herausforderndes Verhalten, auf das wir nun eine weitere Möglichkteit haben einzuwirken, um das Wohlbefinden zu verbessern“, so Brake.

Die Reaktion der Patienten auf die bewegten Bilder erfolgt oft schnell: Sie richten ihre Blicke auf die Szenen, sprechen darüber, greifen im wahrsten Sinn mit den Händen in die Szenen ein. Das Mitarbeiterteam ist begeistert von der modernen Technik mit ihren neuen Möglichkeiten. „Die Zaubertafel ist täglich im Einsatz. Sie steigert die Lebensqualität durch positive Emotionen“, sagt Christian Brake. Häufig knüpfen die Szenen an Alltagserfahrungen und Alltagswissen der Patienten an. Dass man beim Mitmachen nichts falsch machen könne, erhöhe die Motivation aktiv zu bleiben. 

Bildtext: Eine leichte Bewegung mit der Hand über den Tisch lässt die Farbe der Sterne von Weiß zu Lila übergehen und wohlklingende Geräusche entstehen.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine Hand wischt über helle, bunte Lichtreflexe auf einem Tisch

23.06.2021 Mitarbeitende der LWL-Klinik Lengerich retten Mauersegler das Leben

Eine Maus, vermuteten Mechthild Bischop, die Pflegedirektorin der LWL-Klinik Lengerich, und ihre Assistentin Marita Unterauer, als sie Trippeln auf der Flurdecke hörten. Aber sie huschen meistens schnell weiter – das Trippeln hörte nicht auf. Und so baten die beiden Frauen ihre Kollegen vom technischen Service, auf dem leer stehenden Dachstuhl über ihren Büros nach der Ursache zu sehen.
Wen Walter Jedlitzki und Andreas Härtel nach einigem Suchen schließlich fanden, war ein völlig entkräfteter Mauersegler, der den Weg aus dem Dachstuhl zurück in die Freiheit nicht mehr gefunden hatte. Dass dem Vogel schnellstens geholfen werden musste, war den Rettern sofort klar.
Glücklicherweise wussten sie, dass mehrere Kolleg:innen im LWL-Klinikverbund Lengerich/Münster sich seit Jahren in einem Netzwerk um Tiere in Not kümmern. So konnte Elke Bobrowski schnell den Transport des schwachen Mauerseglers nach Münster organisieren, wo ihre Tochter ihn gleich mit einer Infusion versorgte. Parasiten wie zum Beispiel Lausfliegen hatte er nicht, aber er wog viel zu wenig, um fliegen zu können: statt 40 Gramm nur 29. „Leider blieb der Versuch, den Mauersegler mit geeigneten Insekten zu füttern, zunächst erfolglos“, erzählt Anke Voß, ebenfalls engagierte Tierschützerin. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung, wie empfindlich Mauersegler sind. „Diese Vögel müssen im wahrsten Sinn mit Handschuhen angefasst werden, damit ihre Federn nicht zerzaust werden und sie dann flugunfähig werden“, erzählt sie und weiter: „Da es in Münster keine Auffangstation gibt, hat mein Mann den Vogel noch am Abend zu einer Expertin für Mauersegler und ihre private Auffangstation nach Rheine gefahren.“  Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster, hatte zwar einen fordernden Arbeitstag hinter sich, aber der Transport des Vogels nach Rheine war für ihn selbstverständlich. „Toi, toi, toi, wir drücken dem ‚Verflieger‘ alle Daumen, damit er wieder zu Kräften kommt. Das Team Technischer Service sucht bereits nach der möglichen Einflugstelle auf dem Dachstuhl von Haus 02, um sie zu schließen und andere Vögel vor dem Schicksal des Mauerseglers zu bewahren.“

Der TSV Nestwerk Münsterland e.V. Das Nestwerk unterstützt Tierhalter bei Fragen und Problemen der Tierhaltung und vermittelt Kontakte zu Tierschutzorganisationen, Auffangstationen und Spezialisten für verschiedene Tierarten im Bereich Heimtiere und Wildtiere in Notfällen. Bei der Tierpflege auf Gegenseitigkeit unterstützen sich Mitglieder des Nestwerkes gegenseitig z. B. im Krankheits- oder Urlaubsfall. Das Nestwerk arbeitet mit anderen Tierschutzvereinen, Organisationen und Einzelpersonen in der Region zusammen und unterstützt bzw. initiiert lokale Tierschutzprojekte. Im Falle eines Tierschutz-Notfalls können Sie den Verein auf dem Notfall-Telefon unter 0176 21388851 erreichen. Wenn Sie sich engagieren möchten ist Dirk Heidotting, Tel. 0251 14910325 Ihr Ansprechpartner.                 
https://nestwerk-ms.de

Bildtext: Der Mauersegler war völlig entkräftet, als er gefunden wurde.
Foto: lwl/Thomas Voß

Zwei Hände halten einen dunkelgrauen Mauersegler

03.05.2021 Barbara Titze neue Leiterin des LWL-Pflegezentrums Lengerich

Neue Leiterin des LWL-Pflegezentrums Lengerich ist seit dem 1. Mai Barbara Titze. Die gebürtige Lünenerin war zuletzt Einrichtungs-leitung einer Fachklinik auf Borkum und zuvor viele Jahre als Diplom-Sozialpädagogin und Qualitätsmanagementbeauftragte dort tätig. „Es ist mein Ziel, meine persönlichen Stärken sowie die langjährige Berufserfahrung in psychosozialer Arbeit, Qualitäts-management und Leitungsaufgaben zu nutzen, um die Belange sowohl der Bewohner und Bewohnerinnen als auch der Mitarbeitenden des Pflegezentrums vertreten zu können. Hierbei ist mir wichtig, bereits gut funktionierende Strukturen und Prozesse zu nutzen und neue Ideen da einzubringen, wo es erforderlich erscheint. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten liegt mir dabei sehr am Herzen,“ so die neue Einrichtungsleiterin.

Thomas Voß, der Kaufmännische Direktor des LWL-Pflegezentrums Lengerich, begrüßte gemeinsam mit dem Leiter des Sachbereichs Teilhabe und Pflege des LWL-PsychiatrieVerbundes Westfalen, Thomas Knüpffer, und der Vorsitzenden des örtlichen Personalrates Andrea Telljohann Barbara Titze heute (3.5.) ebenso herzlich wie André Slaar als neuen Pflegedienstleiter. Der 50-Jährige kennt den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Arbeitgeber bereits, denn seit 2004 war er pflegerische Stationsleitung in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine. Nebenberuflich studiert er zurzeit Pflegemanagement.

Voß: „Ich freue mich sehr, dass wir beide Führungspositionen zeitgleich so qualifiziert nachbesetzen konnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit Frau Titze und Herrn Slaar die erfolgreiche Arbeit des Peter-Josef-Lenné-Hauses ebenso wie die wirtschaftliche Konsolidierung fortsetzen.“

Voß bedankte sich herzlich bei Marco Schäfer und Alex Eiterig, die nach ihrer kommissarischen Tätigkeit in diesen Funktionen in die LWL-Klinik Lengerich zurückkehren.

Bildtext: Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor des LWL-Pflegezentrums Lengerich (r.) und seine Stellvertreterin Angelika Kortemeyer (2.v.r.) begrüßten zusammen mit Thomas Knüpffer (l.), Marco Schäfer (2.v.l.) und Andrea Telljohann (3.v.l.) die neue Einrichtungsleiterin Barbara Titze (3.v.r.) und den neuen Pflegedienstleiter André Slaar (Mitte).
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Vier Männer und drei Frauen stehen im Abstand von je zwei Metern auf einer Rasenfläche vor einem großen Baum. Drei halten je einen Blumenstrauss

22.03.2021 Identische Blutbuchen durch Veredelung

Lengerich (lwl). Ein entschlossener, präziser Schnitt, ein genauer Blick – Gärtnermeister Christian Jenner ist zufrieden mit der glatten Schnittfläche an einem 25 Zentimeter langen Edelreiser. Für einen zweiten Schnitt setzt er das scharfe Messer an einer ein Meter hohen Buche an. Dann fügt er die zwei genau passenden Schnittflächen zusammen und umwickelt sie zur Stabilisierung mit einem Silikonband. „Bei der Veredelung werden Zweige einer Pflanze auf einer anderen Pflanze befestigt. Ziel ist es, die einzelnen Äste zu klonen“, erklärt Jenner der Auszubildenden Nina Teepe.

Wer veredelt, schafft Klone der Ursprungsart. „Damit möchte man die Pflanze selbst und ihre positiven Eigenschaften vollständig erhalten“, so Jenner. Das ist ihm in diesem Fall ein besonders wichtiges Anliegen, sogar ein Herzenswunsch. Denn die Ursprungspflanze, von der Anfang März über 50 Edelreiser aus einjährigen Zweigen zur Veredelung geschnitten worden sind, ist die imposante Blutbuche im Innenhof der LWL-Klinik Lengerich. Mit ihrer ausladenden Krone und den glänzenden bordeaux farbigen Blättern, die sich im Laufe des Jahres wunderschön in ein mattdunkles, fast schwarzes Rot verfärben, ist sie einer der eindrucksvollsten Bäume im Klinikpark. „Dieser vitale Baum ist geradezu ein Sinnbild für die Schönheit un­serer Natur am Standort Lengerich. Trotzdem mussten wir uns nach Ab­wägung aller Anforderungen an Be­handlungsauftrag, Denkmalschutz, Naturschutz und wirtschaftliche As­pekte schweren Herzens zu der Er­kenntnis durchringen, dass die Blut­buche nicht gehalten werden kann“, berichtete Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster. So wie er bedauern viele Menschen in der Klinik und in Lengerich außerordentlich, dass die Buche dem Krankenhausneubau letztendlich doch weichen muss. „Leider kann ein rund 80 Jahre alter Baum nicht umgepflanzt werden. Deshalb möchte ich unbedingt den Genpool der Blutbuche erhalten. Der Baum hat viele gute Eigenschaften, er ist robust und hat auch die Trockenheit der letzten Jahre bisher gut überstanden“, sagt Jenner.
Während bei der natürlichen Fortpflanzung die Pflanzeneigen-schaften abgeschwächt vererbt werden, lassen sich bei einer Veredelung die positiven Eigenschaften vollständig erhalten und vermehren. Jenner nennt noch einen nennenswerten Vorteil: „Für die Veredelung spricht auch, dass es eine schnelle Methode der Vermehrung ist. Wie lange dauert es sonst, bis aus Samen gezogene Gewächse heranwachsen und einen stabilen Stamm ausbilden.“
Die Blutbuche ist mit 40 bis 50 Zentimeter Zuwachs im Jahr eine schnellwachsende Pflanze. Die meisten ihrer über 50 Klone werden mit besonders guter Pflege zu gesunden, kräftigen jungen Bäumen heranwachsen. „Wir sind froh, dass die Blutbuche in den Schösslingen weiterleben wird und wir zu gegebener Zeit die Nachkommen an prominenter Stelle im Park pflanzen können“, so Voß.

Bildtext: Es gibt verschiedene Veredelungsmethoden: Beim Veredeln durch Kopulation werden zwei genau passende Schnittflächen an Unterlage und Edelreiser zusammengefügt. Edelreiser und Trieb wachsen senkrecht aufeinander.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine Hand hält einen schräg angeschnittenen Zweig, die andere das passgenaue Gegenstück eines zweiten Zweiges

11.03.2021 Eine Benjeshecke ist ein wertvoller Beitrag zum Natur- und Artenschutz

Lengerich (lwl). In jedem Frühjahr fällt im fast 30 Hektar großen Park der LWL-Klinik Lengerich viel Grünschnitt an. Oft wurde er geschreddert, um dann auf Beeten verteilt zu werden. Ein großer Teil der dünneren Zweige und Äste dient aber in diesem Jahr dem Anlegen einer sogenannten Benjeshecke um den Wanderparkplatz herum. „Eigentlich ist das, was wir jetzt neu anlegen, keine Hecke, sondern ein Totholzstreifen. Er bietet Insekten, Vögeln, Kaninchen und Igeln Schutz und einen natürlichen Lebensraum“, erklärt Gärtnermeister Christian Jenner.

Zusammen mit der Umweltmanagementbeauftragten Maria Terpelle-Winkelhüsener und dem Gärtner Daniel Böhmann hat er letzte Woche Gehölzschnitt von Bäumen und Sträuchern locker aufeinandergestapelt und überstehende Äste beschnitten. „Durch Windanflug und Vogelkot entsteht auf natürliche Weise das Aussamen von Pflanzen, so dass die Benjeshecke eines Tages wieder grünen wird“, berichtet Maria Terpelle-Winkelhüsener. Aus Naturschutzsicht sei eine Benjeshecke eine wertvolle Art der Gartengestaltung – und zudem wenig aufwendig. „Benjeshecken sind ideal für den heimischen Garten, um Gehölzschnitt wieder zu verwenden. Sie können jahrelang als Kompost für Grünschnitt dienen“, sagt sie und nennt gleich einen weiteren Vorteil: „Man kann dadurch auch Kosten für die Neupflanzung einer Hecke sparen, die zudem viel pflegeintensiver ist.“ Außerdem sei eine Benjeshecke, die man mit entsprechenden Stützpfählen bis zu zwei Meter hoch stapeln kann, ein guter und günstiger Sichtschutz. Den Namen erhielt die Hecke übrigens vom Landschaftsgärtner Hermann Benjes, der sie in den 80er Jahren beschrieb. Doch schon lange vorher wurden in der Landwirtschaft solche Hecken angelegt.

Bildtext: Die Umweltmanagementbeauftragte Maria Terpelle-Winkelhüsener beschneidet überstehende Äste einer rund 70 Zentimeter hohen Benjeshecke mit einer Astschere.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine junge Frau schneidet mit einer großen Astschere überstehende Zweige von einer etwa 70 cm hohen Totholzhecke ab

15.02.2021 Moderne und professionelle Wundversorgung in der LWL-Klinik Lengerich

Lengerich (lwl). Seit mehreren Jahren verfügt die LWL-Klinik Lengerich über zertifizierte Wundexpertinnen. So erwarben Sabrina Tluczikont und Varinia Rosenthal schon 2018 die „Qualifikation zur Wundexpertin“ nach den Richtlinien der Initiative „Chronische Wunden e.V.“ (ICW) beim TÜV Rheinland. Leonie Lütkeschümer (r.) und Laura Kubsch erweitern jetzt als „Wundexpertinnen ICW“ das Team. „Sie geben die Expertise innerhalb des Krankenhauses zur Sicherstellung einer qualifizierten Pflege von Patientinnen und Patienten mit Wunden weiter“, freut sich der stellvertretende Pflegedirektor, Stephan Bögershausen.
Die beiden neuen Wundexpertinnen unterstützen ihre Kolleginnen insbesondere in der Abteilung Gerontopsychiatrie, stehen aber der gesamten Klinik an den Standorten Lengerich und Rheine für Fragen rund um die Wundbeobachtung, -versorgung und -dokumentation von chronischen Wunden zur Verfügung.
„Die Einsatzgebiete sind auch in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus vielfältig und reichen von Wunden im Zusammenhang mit dem diabetischen Fußsyndrom bis hin zu Wunden, die in Folge von Stürzen im Rahmen einer Demenz oder eines Substanzmissbrauchs aufgetreten sind. Die gezielte Anwendung des großen Angebotes an Wundauflagen unterschiedlicher Hersteller erfordert umfangreiches Wissen und Erfahrung“, so Bögershausen.

Bildtext: Laura Kubsch (l.) und Leonie Lütkeschümer sind in der LWL-Klinik Lengerich jetzt speziell ausgebildete Fachkräfte für die Wundversorgung.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Zwei junge, langhaarige Frauen halten je eine Urkunde und einen Blumenstrauß in der Hand. Sie lächeln und tragen eine weiße Mund-Nasenschutz-Maske

04.02.2021 Neubau mit 120 Betten für LWL-Klinik Lengerich beschlossen

Lengerich (lwl). Die Klinik Lengerich des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) soll einen Neubau für 120 Betten sowie den Umbau der Denkmalgebäude 4 und 5 erhalten: Der LWL-Gesundheits- und Krankenhausausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag (4.2.) seine Zustimmung zu diesen Plänen mit einem Finanzvolumen von 31,5 Millionen Euro gegeben. Sie werden auch noch nach baufachlichen und finanziellen Aspekten in weiteren Ausschüssen diskutiert.  Der LWL-Landschaftsausschuss entscheidet am 19. März abschließend über das Bauprojekt.

„Mit dem Baubeschluss haben wir einen substanziellen und kraftvollen Einstieg in die bereits 2019 beschlossene, strategische Standortentwicklungsplanung für die LWL-Klinik Lengerich“, so LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker.

Die Investitionskosten für diesen Bauabschnitt liegen bei 31,5 Millionen Euro und werden zum größten Teil aus Klinikmitteln finanziert. Auch wenn der Baustart erst für Anfang 2022 geplant ist, beginnt jetzt die Zeit der intensiven Vorbereitung, zumal dieser erste Bauabschnitt in der Standortentwicklungsplanung der LWL-Klinik Lengerich den umfangreichsten darstellt.

Mit dem Umbau der Gebäude 4 und 5 und der Errichtung des Neubaus werden Räumlichkeiten geschaffen, mit denen die Behandlungsangebote und Prozesse weiter verbessert werden. So ist nach Auskunft von Noeker die bauliche Konzentration auf das Kerngelände der Klinik zum Beispiel nicht nur energieeffizienter und wirtschaftlicher, sondern bedeutet vor allem für Patienten, Besucherinnen und Mitarbeitern verkürzte Wegezeiten – „selbstverständlich barrierefrei“.

„Im Neubau sollen ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote sowie Aufnahmeprozesse und Therapieangebote zusammengeführt werden. Das wird eine bedeutsame Verbesserung für unsere Patientinnen und Mitarbeitenden sein“, berichten Dr. Christos Chrysanthou, der Ärztliche Direktor. Pflegedirektorin Mechthild Bischop betont: „Wir werden einen modernen Krankenhausstandard in ansprechenden Gebäuden anbieten. Die Verbindung von moderner Architektur mit sanierten denkmalgeschützten Gebäudebereichen wird die Aufenthaltsqualität wesentlich erhöhen. Auch unsere Ambulanzen gewinnen dadurch an Attraktivität.“

In dem Neubau sollen die Behandlungsschwerpunkte mit psychiatrischer, psychotherapeutischer und psychosomatischer Orientierung konzentriert werden. Spezielle Angebote für Menschen mit affektiven Erkrankungen, Traumafolgestörungen und psychosomatisch erkrankte Patienten sind hier vorgesehen. Mit dem Neubau werden zugleich 23 Tagesklinikplätze auf den Stationen eingerichtet.

„Die Wegeführungen im Gebäude sind klar gegliedert und bieten Patienten, Besucherinnen und Personal eine eindeutige Orientierung. Aufweitungen von Fluren schaffen Aufenthalts- und Verweilbereiche und unterstützen ein gemeinschaftlich-offenes Miteinander von Patienten, Pflegepersonal, Psychologinnen, Ärzten und Therapeutinnen. Die Flurzonen bieten abwechslungsreiche Ausblicke. Großzügige Fensterflächen sorgen für eine natürliche Belichtung und Belüftung“, erklärt Helmut Gesmann vom LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb.

Im Neubau werden zudem das Fortbildungszentrum und ein öffentlich zugängliches Café mit Blick auf den Innenhof angesiedelt. Der vorhandene, denkmalgeschützte Innenhof bleibt in seiner Struktur erhalten und wird durch die Neubaumaßnahmen aufgewertet. Von Patientinnen, Besuchern und Mitarbeitenden kann der Innenhof dann jederzeit genutzt werden.

Die neu gestalteten und gut erreichbaren Parkplatzflächen in unmittelbarer Nähe zum Neubau und Denkmalschutzbereich tragen, so Gesmann, zu einer Verbesserung der bestehenden Situation bei. Sämtliche Gebäude und Therapieangebote können vom zentralen Parkplatz barrierefrei und rollstuhlgerecht erreicht werden. Gesicherte Fahrradstellplätze sollen den Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität u.a. durch E-Bikes fördern.

„Wir haben bei den Planungen in besonderer Weise Aspekte des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit sowie die Anforderungen an den Denkmalschutz berücksichtigt“, erläuterte Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster.

Eine schwierige Entscheidung betraf die rund 80 Jahre alte Blutbuche im Innenhof der Klinik, die im zukünftigen Baufeld eines Anbaues im kommenden 2. Bauabschnitt stehe. „Dieser vitale Baum ist geradezu ein Sinnbild für die Schönheit unserer Natur am Standort Lengerich. Trotzdem mussten wir uns nach Abwägung aller Anforderungen an Behandlungsauftrag, Denkmalschutz, Naturschutz und wirtschaftliche Aspekte schweren Herzens zu der Erkenntnis durchringen, dass die Blutbuche nicht gehalten werden kann“, berichtete Thomas Voß. Der Gärtnermeister der LWL-Klinik Lengerich, Christian Jenner, wolle den Genpool der Blutbuche erhalten. Aktuell würden bereits Rotbuchen-Schösslinge mit Trieben der 80 Jahre alten Lengericher Rotbuche veredelt. „Wir sind froh, dass die Blutbuche in den Sämlingen weiterleben wird und wir zu gegebener Zeit die Nachkommen an prominenter Stelle im Park pflanzen können“, so Voß.

Seit vergangenem Oktober laufen schon die Abbrucharbeiten der Häuser 21, 22, 23 und 29 am nördlichen Rand des Klinikparks – aus artenschutzrechtlichen Anforderungen in den Wintermonaten außerhalb der Brut- und Nistzeiten von Wildvögeln.

Bildtext: LWL-Klinik Lengerich: Visualisierung Standortentwicklungsplanung, Links: Neubau mit 120 Betten.
Grafik: LWL/agn

Luftbildaufnahme eines rechteckigen, roten Backsteingebäudekomplexes mit einem großen Innenhof, umgeben von hohen Bäumen

26.01.2021 LWL-Klinik Lengerich veröffentlicht Dokumentarfilme über den Lengericher Gedenkpfad

Lengerich (lwl). Vor vier Jahren wurde der Lengericher Gedenkpfad in der LWL-Klinik Lengerich eröffnet, der an die staatlich organisierten Krankenmorde während der Zeit des Nationalsozialismus erinnert und über das erlittene Unrecht informiert. Namentlich bekannt sind 440 Patienten und Patientinnen, die 1940 und 1941 aus dieser Klinik mit dem Ziel der Tötung abtransportiert wurden. An jedem 21. September, dem Datum des ersten Transportes findet in der LWL-Klinik Lengerich eine Veranstaltung zum Aktiven Erinnern statt. „Denn wir wollen nicht nur erinnern. Unsere Verpflichtung besteht darin, für eine humane Psychiatrie als Teil einer lebenswerten Gesellschaft Sorge zu tragen…Dies bedeutet für uns als Klinik, für jede Einzelne und für jeden Einzelnen, eine Haltung zu fördern, die mit Wachsamkeit Gefährdungen der Menschenwürde entgegentritt.“ steht auf der letzten Tafel des Gedenkpfades.

Im letzten Jahr konnte das Aktive Erinnern wegen der Corona-Pandemie nur in einem kleinen, internen Kreis stattfinden. Die Veranstaltung und die Lesung von Barbara Stellbrink-Kesy aus ihrer Doppelbiographie „Unerhörte Geschichte“ wurde aber filmisch dokumentiert. Ebenso ist im letzten Herbst ein Dokumentarfilm über den Lengericher Gedenkpfad gedreht worden. Passend zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, stellt die LWL-Klinik Lengerich die Filme (auch Versionen in Gebärdensprache und mit Untertiteln) der Öffentlichkeit auf dem YouTube-Kanal „LWL-Klinik Lengerich“ zur Verfügung.

Foto: Eine Sandsteinstele des Künstlers Mandir Tix auf dem Lengericher Gedenkpfad.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine Sandsteinstele mit quadratischen Zahlenkästchen. Eine weisse Rose liegt auf der Stele

15.12.2020: "Radikale Akzeptanz statt romantischer Erwartungen": Weihnachten in der Pandemie

Münster/Lengerich (lwl). Die Covid19-Pandemie hat viele Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Jetzt steht die nächste Herausforderung für die Menschen bevor: Weihnachten unter Corona-Bedingungen. Zu dem üblichen "Weihnachtsstress" kommen dieses Jahr die Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus sowie die pandemiebedingten Einschränkungen im Lockdown dazu. Der Psychosomatiker und ärztliche Psychotherapeut Dr. Christoph Theiling, bereichsleitender Oberarzt an der LWL-Klinik Lengerich, gibt Antworten und Tipps zum Umgang mit dem Weihnachtsstress unter Coronabedingungen:

Wieso sind Weihnachtsfeiertage Ursache für persönlichen, aber auch familiären Stress?
Christoph Theiling: Die Weihnachtszeit könnte eigentlich eine besinnliche, gemütliche und fröhliche Zeit sein. Aber häufig ist das Gegenteil wahr: Weihnachtszeit bedeutet für viele persönlicher und familiärer Stress, jeder sucht das perfekte Geschenk, den optimalen Weihnachtsbaum und Festtagsbraten. An vielen Tagen hintereinander sind sich die Familienmitglieder sehr nah - heutzutage ist das aber außerhalb der Feiertage nicht mehr die Regel. Gerade an den Weihnachtstagen, die für viele Menschen mit Sehnsucht nach Liebe und Harmonie verbunden sind, eskalieren deswegen Konflikte am ehesten.
Das liegt oft an den romantischen Erwartungen, die jeder von einem gelungenen Weihnachtsfest in der Familie hat, die mit der Realität des Alltags aber nicht immer zu vereinbaren sind. Zu vergleichen ist das mit den Erwartungen von einem perfekten Geburtstag. Werden diese hohen Erwartungen enttäuscht, reagieren Familienmitglieder dann mit Wut und Verzweiflung.

Weihnachten in der Corona-Pandemie: Wie verstärkt das noch den psychischen Druck in den Familien?
Christoph Theiling: Familiäre Traditionen und Rituale der Weihnachtszeit dienen dazu, gemeinsame Identität und Zugehörigkeit zu stiften. Geraten diese Strukturen ins Wanken, kann bei all der gesellschaftlichen Unsicherheit in der Pandemie eine zusätzliche Belastung für die Familien entstehen. Es ist verständlich, dass Veränderungen in der Weihnachtszeit durch die Pandemie Familien verunsichern und einzelne Familienmitglieder traurig oder wütend machen können. Hinzu kommen durch die Pandemie und den damit verbundenen Lockdown entstandene, massive finanzielle Existenzsorgen in vielen Familien. Zudem ist in der "dunklen Jahreszeit" das Risiko einer saisonalen Depression ohnehin schon erhöht.

Wie kann es dennoch ein relativ entspanntes und friedliches Weihnachtsfest werden?
Christoph Theiling: Das Fest wird für viele anders sein als sonst - kleiner, vielleicht ruhiger und mit kreativen Lösungen. Sprechen Sie rechtzeitig mit der Familie und Freunden darüber, mit wem und wie Sie Weihnachten verbringen werden. Machen Sie einen konkreten Plan. Sprechen Sie andere Menschen an, erlauben Sie sich, um Unterstützung zu bitten.
Ich empfehle, das Konzept der Radikalen Akzeptanz anzuwenden - übrigens auch ein erfolgreicher Ansatz in der Psychotherapie. Es beschreibt die aktive Entscheidung von Menschen in psychischer Not, Dinge, die man nicht beeinflussen kann, zu akzeptieren. Dies bedeutet nicht, etwas gutzuheißen oder einverstanden zu sein, sondern lediglich, die Realität so zu sehen, wie sie ist - bedingungslos.

Was raten Sie, wenn es trotzdem in den Familien kracht?
Christoph Theiling: Häufig eskalieren Konflikte auch in Familien, wenn Alkohol im Spiel ist. Das bedeutet, dass man an diesen Feiertagen maßvoll oder überhaupt nicht Alkohol konsumieren sollte. Darüber hinaus sollte es Weihnachten auch Rückzugsmöglichkeiten innerhalb der Familie geben. Wenn es zu eng wird in der Wohnung, einfach mal raus und spazieren gehen. Mit Humor und gegenseitiger Wertschätzung lassen sich die meisten Konflikte in der Familie entschärfen.

Bildtext: Dr. Christoph Theiling
Foto: Henrike Hochschulz

Ein lächelnder Mann mittleren Alters mit braunen Haaren, einem weißen Hemd und schwarzen Jacket steht vor einem Fenster

14.12.2020: Immerwährender Kalender zeigt die Schönheit des LWL-Klinikparks

Lengerich (lwl). Stimmungsvolle Bilder aus dem Park der LWL-Klinik Lengerich schmücken jetzt einen immerwährenden Kalender. Die Fotos stammen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zeigen aus der Sicht derer, die in der LWL-Klinik täglich arbeiten, die Schönheit der weitläufigen Parklandschaft am Südhang des Teutoburger Waldes: Erste Frühlingsboten, bunte Blumenwiesen im Sommer, prachtvolle Farbenspiele im Herbst oder der Reiz von klaren Winternachmittagen.

Die Bilder sind aus einem Fotowettbewerb hervorgegangen, den der Arbeitskreis Umweltschutz ausgerufen hatte. Es war gleichzeitig das 78. selbst gesteckte Umweltziel der LWL-Klinik Lengerich, die ihr Umweltmanagement nach den strengen Regeln von EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ausrichtet. „Umweltschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagt Peter Gillmann, Umweltmanagementbeauftragter in den LWL-Kliniken Lengerich und Münster.
„Mit dem Fotokalender möchten die Mitarbeitenden nicht nur auf den nachhaltigen Umweltschutz der LWL-Klinik Lengerich hinweisen und Interessierten Anregungen geben, sondern auch ein schönes Ambiente im Büro-Alltag schaffen.“
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lengericher LWL-Einrichtungen haben jederzeit die Möglichkeit, Vorschläge für Umweltziele einzureichen. Insgesamt 89 Umweltziele hat sich die LWL-Klinik Lengerich in den letzten neun Jahren gesetzt, viele zur Einsparung von Energie, Material und Ressourcen, CO2-Einsparung und zum Boden- und Gewässerschutz.

Den Fotokalender zum Preis von acht Euro kann jeder Interessierte bei Maria Terpelle-Winkelhüsener, Umweltmanagementbeauftragte bestellen: Telefon 05481 12-390, E-Mail: maria.terpelle-winkelhuesener@lwl.org

Auf einer schwarzen Titelseite des LWL-Klinik-Lengerich-Kalenders ist das Foto eines roten Backsteingebäudes mit zwei hohen Türmen, davor hohe Bäume

14.12.2020: Musik steigert die Lebensqualität

Lengerich (lwl). „Gefragt warum“: So heißt ein Stück aus der neuen CD der Musikwerkstatt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie Rheine, die zur LWL-Klinik Lengerich gehört. „Diesen Song finde ich besonders gelungen“, sagt Frank Lehnhoff, der das CD-Projekt leitet. „Er drückt zum Beispiel aus, dass man auf verschlungenen Wegen mehr sehen kann, als wenn man immer geradeaus geht – ­und der Song macht Mut“, sagt der Musiktherapeut. Geschrieben hat ihn ein Patient. In der Musikwerkstatt wurde an einem Musikstück gefeilt und dieses schließlich in einem professionellen Studio aufgenommen. Für die CD wurden zudem noch drei weitere Lieder von Patientinnen und Patienten eingespielt.

Rund zehn Männer und Frauen nutzen regelmäßig das Werkstattangebot des Therapeuten. Sie spielen gemeinsam Bass, Gitarre oder Keyboard. Sie texten und singen ihre eigenen Lieder und treten auch auf: Mindestens einmal im Jahr gibt es ein Livekonzert. „Einige Patienten bleiben auch nach dem stationären Aufenthalt in der ambulanten Therapie der Musikwerkstatt treu und proben regelmäßig zweimal in der Woche“, sagt Frank Lehnhoff. Die Musik verbindet die Mitglieder. „Viele sind wieder gut im Alltag angekommen und unterstützen mit ihrer Erfahrung diejenigen, die noch mehr Hilfe benötigen.“ Zurzeit ist coronabedingt jedoch eine Zwangspause notwendig.

Vor sechs Jahren hatte die Musikwerkstatt zum ersten Mal eine CD herausgegeben. „Das war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein besonderes Erlebnis, das nachhaltig positiv auf das Selbstwertgefühl gewirkt hat“, erinnert sich Lehnhoff. Auch unter den Kolleginnen und Kollegen der LWL-Klinik Lengerich und in der Öffentlichkeit fand die Aufnahme ein positives Echo. „Wir werden die Stücke der neuen CD auch im Internet veröffentlichen“, kündigt der Musiktherapeut an, der hofft, dass die Lieder noch eine breitere Aufmerksamkeit erfahren. Aber auch, wenn es nur eine kleinere Fangemeinde geben sollte:

Für die teilnehmenden Patientinnen und Patienten ist das Projekt schon jetzt ein Gewinn: „Sie haben gemeinsam etwas Neues geschaffen.“

Eine leuchtend organgefarbene Titelseite einer CD mit gelber Schrift "So lala"