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Eine zusammengefaltete Zeitung liegt auf einem Tisch

Inhalt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mit viel Erfahrung behandeln wir in der LWL-Klinik Lengerich Menschen mit den unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen. Dabei ist es uns ebenfalls wichtig, dass der Umgang mit den Krankheiten und den Patientinnen und Patienten auch in den Medien von hoher Qualität ist.
Wir wünschen uns eine objektive und sachliche Berichterstattung.
Wenn Sie Fragen dazu haben oder über unsere Veranstaltungen und Angebote berichten wollen, kontaktieren Sie gerne unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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Anti-Stigma-Arbeit

Ein Großteil der Bevölkerung empfindet Menschen mit einer psychischen Erkrankung auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft immer noch als schwach, „selbst schuld“ oder auch bedrohlich.
Psychiatrische Kliniken werden oft noch als abgeschiedene Orte mit vergitterten Fenstern und verschlossenen Türen dargestellt, in denen Patientinnen und Patienten mit Medikamenten ruhiggestellt und weitestgehend sich selbst überlassen werden.

Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Eine psychische Erkrankung kann jeden treffen, genauso wie ein Beinbruch, eine Infektion oder Krebs. Deswegen ist es wichtig, über die verschiedenen Krankheitsbilder Bescheid zu wissen, über die Linderungs- oder Heilungschancen, die Arbeit in unserer Klinik – und natürlich auch die Gefühle der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen. Dazu tragen wir zum Beispiel bei, indem wir unsere Klinik nach außen öffnen, mit vielen verschiedenen Veranstaltungen auf dem Klinikgelände, zu kulturellen oder auch medizinischen Themen.

Flyer und Broschüren

Die LWL-Klinik Lengerich veröffentlicht Flyer, Broschüren und andere Publikationen,
die wir Ihnen gerne senden.

Sie können sich hier einen Überblick verschaffen und Bestellungen aufgeben

Pressemitteilungen

04.08.2022 Sopranistin begeisterte mit Operetten-Liedern

Im Pflegezentrum Lengerich des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ‚verzauberte‘ die Sopranistin Margery Hartmann Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen mit bekannten Operetten-Melodien. Alle lauschten fasziniert der sanften, aber kräftigen Stimme der Sängerin. „Besonders ergreifend war, dass ein Herzenswunsch einer Bewohnerin erfüllt werden konnte: Sie wünschte sich das Lied ‚Komm mit nach Varasdin‘ aus der Operette Gräfin Mariza, was die Sängerin prompt erfüllte. Ein für viele unvergesslicher Tag“, berichtete Einrichtungsleiterin Barbara Titze.

Bildtext: Die Sopranistin Margery Hartmann erhielt viel Applaus für Ihren Gastauftritt im Peter-Joseph-Lennè-Haus.

Foto: LWL/Nicole Lange

Eine junge Frau mit dunklen langen Haaren und einem rot-weißen Festkleid lächelt

28.07.2022 Gedenkstele im LWL-Pflegezentrum Lengerich aufgestellt

„Die Bewohnerinnen und Bewohner, die bei uns gelebt haben, sollen nach ihrem Tod nicht vergessen werden“, sagte Barbara Titze bei der Einweihung einer künstlerisch gestalteten Sandsteinstele des Bildhauers Mandir Tix. Die Leiterin des Pflegezentrums zeigte auf die Gravur im Stein: „In unserer Mitte“ ist dort eingemeißelt. Der etwa 1,70 Meter hohe Sandstein steht an einer zentralen Stelle im Garten - an einer Weggabelung nicht weit von Gartenbänken und einem roten Gartenhaus entfernt.
Berührend waren die persönlichen Erinnerungen von Mischa Henschke an Bewohnerinnen und Bewohner, die in den vergangenen zwei Jahren gestorben sind. Für alle fand er warmherzige Worte und er erinnerte an besondere Erlebnisse. Auch die Mitarbeitenden Ulrike Linnemann-Dellbrügge und Susanne Mann erzählten liebevoll von den Menschen, die sie bis zum Tod gepflegt hatten.
Mischa Henschke hatte kleine Findlinge lackiert und mit Namen, Geburts- und Todesjahr versehen. Diese Steine legte Barbara Titze vorsichtig unter die Stele in ein hübsches Blumenbeet.
Barbara Titze dankte André Slaar, Ulrike Linnemann-Dellbrügge, Susanne Mann und Pfarrer Dr. Dirk Klute, die im Kollegenkreis und mit Bewohner:innen die Idee entwickelt und mit dem Künstler Mandir Tix umgesetzt haben: „Ich danke der Arbeitsgruppe für die tollen Ideen und die phantastische Umsetzung durch den Künstler".
Eine hilfreiche Unterstützung des Erinnerungs-Projektes erfuhr die Gruppe durch den Lengericher FC Bayern München Fanclub „Rotweiße Augustiner 49“, der 700 Euro spendete.
Abgerundet wurde die Feier mit Grillgerichten, Salaten und selbstgemachten gefüllten Weinblättern, organisiert durch den Sozialen Dienst.

Bildtext: Der Bildhauer Mandir Tix hat eine Erinnerungsstele aus Ibbenbürener Sandstein für das LWL-Pflegezentrum Lengerich geschaffen.

Foto: LWL/J. Westerkamp

Hinter einem etwa 1,70 Meter hohen Sandstein mit einem Regenbogen oben steht ein weißhaariger Mann

24.06.2022 Vorträge, Fragen, Feiern - ein ganzer Tag für 500 Auszubildende

Erste Fachveranstaltung für alle angehenden LWL-Pflegefachpersonen

Münster (lwl). 500 Auszubildende in Pflegeberufen aus den Kliniken und Pflegezentren und den vier Akademien (Lippstadt/Warstein, Dortmund, Marsberg, Münster/Lengerich) für Gesundheits- und Pflegeberufe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) standen jetzt im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung: Auf dem ersten Fachtag unter dem Motto „Zukunft/s/sicher pflegen“ in der Speicherstadt in Münster hatten sie die Möglichkeit zum Austausch und konnten sich über die Vielfältigkeit ihrer psychiatrischen Arbeitsfelder informieren.

LWL-Direktor Matthias Löb sagte zum Start des Fachtages: „Sie sind für die Psychiatrie und für uns alle im LWL-Gesamtverband die Zukunft. Sie werden eine Psychiatrie gestalten, die wir heute noch gar nicht kennen. Deshalb wünsche ich Ihnen, dass Sie an diese große Aufgabe mit Mut und Kreativität herangehen.“ Deutlich formulierte er, dass aktuell und auch zukünftig viele Fachkräfte im Bereich der Pflege gebraucht werden. „Für den LWL spielt daher die Ausbildung sowohl quantitativ als auch qualitativ eine große Rolle, was sich an den steigenden Zahlen von Ausbildungskandidat:innen an den vier LWL-Akademien widerspiegelt. Darüber hinaus steht der Verband für hochwertige berufliche Weiterentwicklungen“, so Löb weiter, der neben LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker und der Präsidentin der Deutschen Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege, Dorothea Sauter, die jungen Menschen in Münster begrüßte. Noeker betonte in seinen Grußworten sehr deutlich die Kernaufgabe der Pflegenden: „Als Pflegefachpersonen stärken Sie die Gesundung, die Lebensqualität und die Teilhabe von verletzlichen, kranken Menschen.“

Einen großen Teil des Programms gestalteten die künftigen Pflegefachpersonen selbst. Sie präsentierten Vorträge, Videos und Interviews zur Gesundheitsförderung bei Auszubildenden unter Pandemie-Bedingungen, zu Vorurteilen und Klischees gegenüber dem Pflegeberuf, zur Digitalisierung in der Ausbildung und zu Motiven einer Berufsentscheidung für die Pflege. Neugierg verfolgten die Teilnehmenden z.B. auch den Beitrag zur Pflege im Maßregelvollzug von Patrick Schneider, Gesundheits- und Krankenpfleger der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem.

Poetry-Slammer Lars Ruppel, Mechthild Bischop, Pflegedirektorin der LWL-Klinik Lengerich, und Prof. Dr. Michael Schulz, stellvertretender Pflegedirektor des LWL-Klinikums Gütersloh, führten als Moderatoren durch den Tag. Prof. Dr. Michael Löhr, Pflegedirektor des LWL-Klinikums Gütersloh, referierte über „Neue Arbeitswelten in der Pflege“. Kristin Assmann, Pflegedirektorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie LWL-Klinik Marl-Sinsen, und Dr. Claus Rüdiger Haas, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Marl-Sinsen, sprachen zum Thema „Jugend, Sucht, Gefühle“. Anschließend begeisterte Lars Ruppel, mehrfacher Poetry-Slam-Meister, mit seinem Vortrag „Morbus Goethe Prophylaxe“ – eine literarische Therapiemöglichkeit“ das Publikum.

Zum Rahmenprogramm gehörten neben Informationsständen auch ein rotes Sofa mit Gesprächspartner:innen zu Arbeitsfeldern in der Pflege sowie Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten. Ruppel schloss den Tag mit einem humorvollen, berührenden und zum Nachdenken anregenden Poetry-Slam über die Veranstaltung ab.  Anschließend feierten die Auszubildenden mit Akademieleiter:innen, Praxisanleiter:innen und Pflegedirektor:innen mit DJ-Begleitung in den Abend hinein.

Mechthild Bischop, die den Tag mit Michael Schulz initiiert hat, zeigte sich zufrieden: „Es war unser Ziel, mit diesem Tag das Tätigkeitsfeld der Psychiatrie für unsere Nachwuchskräfte aus den LWL-Akademien einmal in ganz anderer Form darzustellen und auch den Blick auf die vielen beruflichen Möglichkeiten zu lenken. Das ist gelungen, wie es uns die Rückmeldungen der jungen Kolleg:innen bestätigen“, so die Pflegedirektorin. Eine Wiederholung dieses Fachtages werde es aufgrund der positiven Resonanz sicher geben. Sie hob hervor, dass der LWL mit seinen 15 Kliniken, zehn Wohnverbünden, sieben Pflegezentren, ambulanten Pflegediensten sowie weiteren Einrichtungen ein zuverlässiger und attraktiver Arbeitgeber für Pflegefachpersonen sei.

Bildtext: Rund 500 Auszubildende trafen sich in der Speicherstadt Münster zum ersten Fachtag für angehende Pflegefachpersonen im LWL.
Foto: LWL/J. Westerkamp

Pressekontakt: Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon 0251 591 235, presse@lwl.org,

Ein Saal mit hunderten jungen Menschen

02.06.2022 „Für das Recht auf Wind in den Haaren"

LWL-Pflegezentrum Lengerich: Heimatverein ermöglicht Ausflüge mit Rikscha

Eine große Freude bereitete Bewohnerinnen und Bewohnern des LWL-Pflegezentrums Lengerich eine Rikscha-Fahrt bei Sonnenschein. "Für das Recht auf Wind in den Haaren" ist das Motto für das Projekt "Radeln ohne Alter" des Heimatvereins Lengerich. Zwei „Pilotinnen“ holten ihre Passagiere am Pflegezentrum ab, sicherten sie und ihre Begleitperson und schon ging es los.

"Die Rikschas bieten einen hohen Fahrkomfort und Sicherheitsstandard", berichtete Heino Knuf, der zusammen mit seiner Frau Sabine die ehrenamtliche Initiative nach Lengerich holte. "Die Passagiere sollen sich sicher und wohl fühlen. Alle Pilotinnen und Piloten erhalten ein gründliches Fahrtraining und eine Einweisung im Umgang mit den Passagieren", so Knuf.
Die Rikscha-Fahrten in und um Lengerich für Senior:innen und Menschen mit einer eingeschränkten Mobilität sind kostenlos, die Pilot:innen verschenken ehrenamtlich ihre Zeit. Der Heimatverein Lengerich freut sich aber über Spenden zur Finanzierung von Anschaffung und Instandhaltung der Rikschas. Denn demnächst möchte der Verein eine Rikscha kaufen, die einen Rollstuhl mitnehmen kann.

Anfragen für Rikscha Fahrten:
015789086284
E-Mail: radelnohnealter@heimatverein-lengerich.de

Bildtext: Hanna Steckling (l.) ist ist ausgebildete "Pilotin" beim Projekt "Radeln ohne Alter" und bereitet nicht nur anderen Menschen damit ein große Freude, sondern auch sich selbst.

Foto: LWL/J. Westerkamp

In einer Rikscha sitzen vorne ein Mann und eine junge Frau. Eine lachende Frau im mittleren Alter fährt die Rikscha

31.05.2022 Nachhaltig - lecker - LWL

Die Küchen von 14 LWL-Einrichtungen bieten an einem Tag die gleichen nachhaltigen und vegetarischen Gerichte an / Premiere im Projekt „GeNAH“ mit der FH Münster

In 14 Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) von Münster bis Marsberg bekommen bis zu 6.000 Patient:innen und Mitarbeitende am selben Tag das gleiche nachhaltige Mittagsangebot:  Am Donnerstag (2.6.) findet zum ersten Male diese Aktion unter dem Motto „Nachhaltig – lecker - LWL“ statt und ist ein Baustein aus dem Projekt der Fachhochschule (FH) Münster „Gerechte und nachhaltige Außer-Haus-Angebote gestalten (GeNAH)“.

Die beteiligten LWL-Küchen bieten drei nachhaltige, vegetarische Mittagessen zur Auswahl an: Linsenfrikadellen mit Ofengemüse, eine Gnocchi-Gemüsepfanne und ein Kirchererbsencurry. Die Rezepturen wurden von einer Arbeitsgruppe – bestehend aus Mitarbeitenden des LWL und der Fachhochschule – einer Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen und im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch und die Klimabelastungen optimiert. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Zutaten zu einem großen Teil aus der Region und aus biologischem Anbau stammen und einen geringen CO2-Fußabdruck aufweisen. Ziel des nun regelmäßig geplanten Angebotes ist es, eine gerechte und nachhaltige Gemeinschaftsgastronomie zu fördern.

„Der LWL hat sich Ressourcenschonung auf die Fahnen geschrieben. Wir wollen bis 2030 klimaneutral werden“, sagt LWL-Direktor Matthias Löb. Dazu trage eben auch eine nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung bei. „Testen Sie doch einmal, wie gut gesundes und umweltfreundliches Essen schmecken kann“, wirbt Löb.

„Ich freue mich, dass sich so viele LWL-Küchen auf den Weg Richtung Nachhaltigkeit gemacht haben“, sagt Dr. Georg Lunemann, Erster Landesrat und Kämmerer des LWL. „Wir erreichen damit eine große Gruppe von Menschen und können so auch Impulsgeber in Sachen umweltverträgliches und gesundes Kantinenessen sein, möglicherweise auch als Vorbild für weitere Großküchen.“

„Wir unterstützen mit unserem Projekt die Einrichtungen dabei, nachhaltige Verpflegung umzusetzen. Neben einer nachhaltigen Speiseplanung ist der Einkauf der Lebensmittel ein wichtiger Hebel. Die Einhaltung sozialer Standards, die Achtung des Tierschutzes und der Schutz der Umwelt stehen dabei im Fokus. Natürlich soll es den Gästen auch gut schmecken“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Petra Teitscheid von der FH Münster. Die Umsetzung nachhaltiger Angebote stelle die Küchen vor die Herausforderungen, einen begrenzten finanziellen Spielraum, Personalknappheit, den Einkauf von Biolebensmitteln und die vorhandene technische Ausstattung in Einklang zu bringen. Nicht zuletzt müssten sie ihre Gäste auch überzeugen, so Teitscheid .

Die drei Essen am 2. Juni sind jetzt der Anfang. „Wir planen, danach in regelmäßigen Abständen weitere Nachhaltigkeitstage in den LWL-Kantinen anzubieten“, sagt Birgitta Lohmann aus der LWL-Klinik Münster, die beim LWL die interne Projektleitung inne hat. Das Projekt der klimafreundlichen sogenannten Außer-Haus-Verpflegung, das 2021 gestartet ist, soll auch nach dem Projektende 2023 weiterwirken: „Wir möchten, dass sich die Prozesse innerhalb der Küchen etablieren, dass sie weiter entwickelt werden und zum Beispiel über die klinikeigenen Netzwerke eine noch größere Reichweite erzielen“, so Lohmann weiter.

Hintergrund

Das Projekt „Gerechte und nachhaltige Außer-Haus-Angebote gestalten (GeNAH)“ läuft seit 2021 und noch bis Ende 2023 und wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Ziel des Projekts ist, das Produktions-Konsum-System in der Außer-Haus-Gastronomie nachhaltiger auszurichten, indem das Thema über die Strukturen der Träger und Bildungsangebote breit ausgerollt und dauerhaft etabliert wird. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit 467.000 Euro. Neben dem LWL beteiligen sich auch das Bistum Münster und die Himmlischen Herbergen, eine christlich-soziale Arbeitsgemeinschaft mit rund 310 Bildungshäusern und Gruppenunterkünften, als Praxispartner an dem Projekt.

Die Rezepte zum Nachkochen der drei nachhaltigen Menü-Angebote zum Aktionstag finden Sie hier...

Bildunterschrift:

Mit diesem Plakat werben die LWL-Kantinen für den Nachhaltigkeitstag auf dem Menüplan am 2. Juni. Bild: LWL/FH

Plakat für die Aktion Nachhaltig lecker LWL

11.05.2022 Ausschließlich Bio-Fairtrade-Kaffee für die LWL-Klinik Lengerich

Bürgermeister Wilhelm Möhrke und Mitglieder der Steuerungsgruppe besuchten die LWL-Klinik

"Seit Mitte Oktober letzten Jahres hat die LWL-Klinik Lengerich ihren gesamten Kaffeebedarf auf Bio-Fairtrade-Kaffee umgestellt", so Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der Lengericher Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Das Krankenhaus unterstützt damit auch die Stadt Lengerich, die seit neun Jahren als „FairTrade-Town Lengerich“ ausgezeichnet ist. Bei einem Treffen am Dienstag (10. 5.) mit Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Heike Schubert (Steuerungsgruppe und Ansprechpartnerin der Stadt Lengerich) sowie Dr. Alois Thomes als Sprecher der Steueurungsgruppe erklärte Voß die Hintergründe für die Kaffeeumstellung: Die LWL-Klinik setzt schon seit vielen Jahren biologisch erzeugte Lebensmittel in ihrem Speiseangebot ein. Waren werden zumeist von regionalen Anbietern eingekauft, auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Das Essen wird jeden Tag frisch, saisonal, gesund und ohne Verwendung von deklarationspflichtigen Zusatzstoffen in der Kantine zubereitet. "Wir möchten gesundheitlich unbedenkliche und fair erzeugte und gehandelte Lebensmittel anbieten. Deshalb haben wir auch unseren gesamten Kaffeebedarf auf Bio-Fairtrade-Kaffee umgestellt. Wir wollten damit auch als Praxispartner des Projektes 'Außer-Haus-Verpflegung nachhaltig und gerecht gestalten' des Instituts für Nachhaltige Ernährung an der Fachhochschule Münster ein Zeichen für fairen Handel und ökologischen Landbau setzen. Wir kaufen jedes Jahr rund 2.900 Kg Kaffee ein", berichtete Voß weiter. 

Möhrke zeigte sich erfreut über diese Neuerung: "Die Entscheidung für Fairtrade-Kaffee aus ökologischem Landbau bestätigt ein weiteres Mal, dass die LWL-Klinik Lengerich die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ernst nimmt und lebt," betonte der Bürgermeister.

Dr. Alois Thomes ergänzte: "Als Sprecher der Steuerungsgruppe 'FairTrade-Town Lengerich' freue ich mich über die Entscheidung der LWL-Klinik Lengerich und hoffe, dass sich viele weitere Unternehmen und Einrichtungen in Lengerich dem guten Beispiel anschließen. Es sind die vielen kleinen Schritte, die notwendig sind auf dem langen Weg zu einem globalen Miteinander. Eine Steuerungsgruppe sorgt für die Vernetzung der verschiedenen Aktionen auf den unterschiedlichsten Ebenen und stellt Weichen für neue Projekte und Umsetzung von Ideen.“

Auch Heike Schubert möchte Bürgerinnen und Bürger zur Unterstützung der Kampagne motivieren: „Es gibt bereits viele Geschäfte in der Stadt, in denen zahlreiche fair gehandelte Produkte zur Angebotspalette zählen.“

Info

Unter dem folgenden Link finden Sie Hinweise zu Veranstaltungen und Termine der lokalen Steuerungsgruppe "FairTrade-Town":
https://www.lengerich.de/stadtportrait/fairtrade-town-lengerich/veranstaltungen-termine

Was ist Fairtrade?
Fairtrade verbindet Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Produkte, die mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind, werden nach den internationalen Standards von Fairtrade International angebaut und gehandelt. Fairtrade ist weltweit das führende Zertifizierungssystem, bei dem die Produzentinnen und Produzenten von einem Mindestpreis und einer Prämie – einem zusätzlichen Geldbetrag – profitieren.
www.fairtrade-deutschland.de

Bildtext: In der LWL-Klinik Lengerich gibt es nur noch Bio-Fairtrade-Kaffee: Das berichtete Thomas Voß (Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik Lengerich, 3.v.l.) seinen Gästen, Dr. Alois Thomes (l.), Heike Schubert und Wilhelm Möhrke, stellvertretend für die FairTrade-Stadt Lengerich-Kampagne.

Foto: LWL/J. Westerkamp

Drei Männer und eine Frau stehen nebeneinander, einer hält ein Paket mit Fairtrade-Kaffee in der Hand, zwischen ihnen steht ein Banner

11.05.2022 Nachhaltige Unternehmensführung und Umweltschutz werden immer wichtiger

LWL-Klinik Lengerich: Neue Broschüre fasst Umweltengagement der Klinik zusammen

Mit der neuen Broschüre „Unsere Umweltleistungen der letzten Jahrzehnte“ möchte die Betriebsleitung der LWL-Klinik Lengerich zeigen, was auch unter finanziell schwierigen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz möglich ist. "In der Broschüre haben wir unsere Umweltleistungen der letzten Jahrzehnte zusammengefasst. Unser Motto Umweltschutz gemeinsam gestalten entspricht unserem Verständnis, dass wir alle Verantwortung tragen“, erklärte der Kaufmännische Direktor Thomas Voß. Er überreichete Dienstag (10.5.) ein noch druckfrisches und reich bebildertes Exemplar an Bürgermeister Wilhelm Möhrke. "Ich freue mich sehr, dass die LWL-Klinik Lengerich auch in Sachen Klima- und Umweltschutz ein vorbildliches Unternehmen ist. Die Betriebsleitung und die Beschäftigten zeigen mit ihrem Engagement, dass neben einer exzellenten Behandlung, Pflege und Betreuung auch Klima- und Umweltschutz machbar ist, wenn alle mitmachen“, so der Bürgermeister.

„Wir wünschen uns, dass wir mit unseren Beispielen Verantwortliche in anderen Unternehmen inspirieren, sich auch auf den Weg zu machen“, sagte Voß. Neben technischen Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen sind Maßnahmen zur regionalen und ökologischen Beschaffung von Lebensmitteln, zur Verbesserung der Biodiversität, zur nachhaltigen Mobilität und Materialbeschaffung sowie zur Sensibilisierung und Motivierung der Mitarbeitenden in der neuen Publikation aufgeführt. Insbesondere Letzteres habe sich bewährt, denn persönliches Engagement der Mitarbeitenden sei für gelebten Umweltschutz im Arbeitsalltag unverzichtbar, so die Umweltmanagementbeauftragten Maria Terpelle-Winkelhüsener und Peter Gillmann.
Das ausgeprägte Umweltbewusstsein und die gelebte Verantwortung hat schon 1991 eine vom Personalrat initiierte Umfrage bestätigt, bei der alle Mitarbeitenden ihre Ideen zum betrieblichen Umweltschutz einbringen konnten. Die Ideen reichten von der Umgestaltung von Arbeitsprozessen und -methoden über die Änderungen im persönlichen Verhalten bis zur Nutzung von umweltfreundlichen Materialien und Produkten.


Seitdem ist viel passiert in der Lengericher Klinik des Landschaftsverbande Westfalen-Lippe (LWL). Die Beteiligung und Zertifizierung der Klinik am Projekt Ökoprofit ® des Kreises Steinfurt in den Jahren 2004 und 2008 diente als Einführung eines betrieblichen Umweltmanagementsystems nach EMAS*. 2011 wurde die erste Umwelterklärung durch einen unabhängigen Umweltgutachter validiert und veröffentlicht. Rezertifizierungen finden seitdem regelmäßig statt. Alle Umweltleistungen werden detailliert in einer Umwelterklärung veröffentlicht.

*EMAS=Eco management and audit scheme, das Umweltmangement der Europäischen Gemeinschaft.

Info

Die Broschüre “Unsere Umweltleistungen der letzten Jahrzehnte” sowie die “Umwelterklärung 2020” erhalten Sie kostenfrei bei der Umweltbeauftragten Maria Terpelle-Winkelhüsener, Tel. 05481 12 1372 , E-Mail: maria.terpelle-winkelhuesener@lwl.org


Bildtext: Thomas Voß (r.) überreichte Wilhelm Möhrke eine druckfrische Broschüre, in der die Umweltleistungen der LWL-Klinik Lengerich in den letzten Jahrzehnte beschrieben sind.

Foto: LWL/J. Westerkamp

Zwei Männer in dunklen Anzügen halten je eine Broschüre in den Händen

27.04.2022 "Essen ist ein Image- und Leistungsfaktor"

Gesunde Ernährung hat in der LWL-Klinik hohen Stellenwert

Zum Presseartikel der Westfälischen Nachrichten Lengerich

Eine Zeitungsseite mit Fotos von zwei Männern, ein lächelnder mit Brille und Lederjacke, der andere in dunkler Kochkleidung in einer Großküche

26.04.2022 Land unterstützt LWL-Klinik Lengerich mit rund 13,4 Millionen Euro

Gesundheitsministerium fördert Umbau und Modernisierung denkmalgeschützter Gebäude.

Zum Presseartikel des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen...

Bildtext: Sichtlich erfreut nahmen LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker (2.v.l.), Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor (r.) und Abteilungsleiter Hermann Gemke (l.) den Förderbescheid über 13,45 Millionen Euro von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann entgegen. Foto: Bezirksregierung Münster

Vier Männer in dunklen Anzügen stehen nebeneinander. Einer hält lächelnd ein Dokument hoch

01.04.2022 Girls’ day – Mädchenzukunftstag in der LWL-Klinik Lengerich

Digitales Angebot / noch freie Plätze

„Ein Tag in der technischen Abteilung einer Klinik“ steht auf dem Programm des Girls‘ Day am 28. April 2022 in der LWL-Klinik Lengerich. Interessierte Mädchen lernen die Auszubildenden Mona und Ronja kennen, die sie digital mit auf den Weg durch die Klinik nehmen und ihnen über ihre Ausbildungen als Bauzeichnerin und Tischlerin erzählen. Die Schülerinnen erhalten spannende Einblicke hinter die Kulissen eines großen Krankenhauses und erfahren, welche Aufgaben die verschiedenen Berufsgruppen haben und wie sie zusammenarbeiten. Natürlich ist auch ausreichend Gelegenheit da, um Fragen zu stellen und kleine praktische Projekte mit ihnen durchzuführen.

„Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie treffen wir uns virtuell über Zoom. Dafür benötigen die Mädchen einen Computer mit Internetzugang. Vielleicht haben sie Zoom bereits nutzen können, wenn nicht, ist das aber auch nicht schlimm. Wir zeigen ihnen alles“, erklärt Sandra Kätker, Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen, die die Veranstaltung organisiert.

Online anmelden:

Interessierte melden sich einfach online an unter: https://www.girls-day.de/Radar

Ansprechperson:

Sandra Kätker, Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen,
Referat Chancengleichheit
Telefon: 05481 12 1025
E-Mail: sandra.kaetker@lwl.org

Logo des Girls' Day

15.03.2022 „Zeichen für die Region“: 31,5 Millionen Euro für die LWL-Klinik Lengerich

Baustart für Verbindung aus denkmalgeschützten Gebäuden mit modernem psychiatrischen Krankenhausneubau

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) investiert am Klinikstandort Lengerich bis 2024 in Neubauten 31,5 Millionen Euro, vorwiegend Eigenmittel der Klinik. Am Dienstag (15. März) haben LWL-Direktor Matthias Löb, Politiker:innen der Landschafts-versammlung, LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker und die Betriebsleitung der LWL-Klinik Lengerich den Grundstein für einen ersten Bauabschnitt gelegt. Traditionell wurde dazu eine Edelstahlrolle mit einer Tageszeitung, Münzgeld und Bauplänen eingemauert.
LWL-Direktor Löb: „Mit diesem Bauabschnitt werden die Weichen gestellt zur baulichen Modernisierung und Zukunftssicherung dieses geschichtsträchtigen, fast 160 Jahre alten LWL-Klinikstand-ortes. Damit unterstreicht der LWL zugleich, wie wichtig ihm eine moderne  psychiatrische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt ist.“
Der LWL-Psychiatrieverbund habe ein ehrgeiziges Bauprogramm zur bedarfsgerechten Modernisierung seiner Kliniken, Wohnverbünde und Pflegezentren aufgelegt. Neue Bauformen und das bestehende, denkmalgeschützte Gebäudeensemble würden für die Patientinnen und Patienten in Lengerich eine geordnete und übersichtliche Orientierung mit einem erhöhten Wiedererkennungswert entstehen lassen, so Löb. „Ein Leerstand oder gar Abriss des historischen Kerns der Klinik kam für uns nicht in Betracht. Wir bauen jetzt eine gelungene Verbindung von alt und neu, mit einer sinnvollen Nutzung für den Altbestand und modernsten Behandlungsmöglichkeiten in den Neubauten.“
Der LWL-Direktor weiter: „Diese enormen Investitionen können wir stemmen, weil die Klinik in der Vergangenheit gut gewirtschaftet hat. Mit dem neuen Entgeltsystem in der Psychiatrie wird so etwas künftig nicht mehr möglich sein. Ich appelliere daher dringend an das Land NRW endlich die Krankenhausfördermittel deutlich aufzustocken. Sonst hängt die Finanzierung der weiteren Bauabschnitte in Lengerich in der Luft.“

Nördlich des historischen Innenhofs der LWL-Klinik Lengerich werden in Richtung Teutoburger Wald zwei U-förmige Gebäudekomplexe für 120 Betten neu gebaut. Hier werden ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote sowie Aufnahmeprozesse und Therapieangebote zentralisiert. „Wir entwickeln unseren Klinikstandort Lengerich für die Zukunt weiter, indem wir moderne Bedingungen für die zukünftigen Behandlungsanforderungen schaffen. Das wird eine bedeutende Verbesserung für unsere Patientinnen und Patienten sowie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein“, so Dr. Christos Chrysanthou, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik.
Mit dem Neubau werden die Zeiten dezentraler Strukturen mit langen Wegen in der LWL-Klinik Lengerich enden, die Behandlungsschwerpunkte mit psychiatrischer, psychotherapeutischer und psychosomatischer Orientierung werden räumlich konzentriert. Außerdem werden 23 Tagesklinikplätze auf den Stationen eingerichtet.
Im Neubau werden zudem das Fortbildungszentrum und ein öffentlich zugängliches Café mit Blick auf den Innenhof angesiedelt. Der vorhandene, denkmalgeschützte Innenhof bleibt in seiner Struktur erhalten und wird durch die Neubaumaßnahmen aufgewertet. Von Patientinnen, Besuchern und Mitarbeitenden kann der Innenhof jederzeit genutzt werden.
Die neu gestalteten und gut erreichbaren Parkplatzflächen in unmittelbarer Nähe zum Neubau und Denkmalschutzbereich tragen zu einer Verbesserung der bestehenden Situation bei. Sämtliche Gebäude und Therapieangebote können vom zentralen Parkplatz barrierefrei und rollstuhlgerecht erreicht werden. Gesicherte Fahrradstellplätze sollen den Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität u.a. durch E-Bikes fördern.
Wie insgesamt der Neubau umweltfreundllich und nachhaltig ausgerichtet sein wird. LWL-Direktor Löb betonte: „Der Neubau wird die neuen Gebäudeleitlinien des LWL realisieren, er wird im sogenannten Standard KfW 55 gebaut und erhält eine Photovoltaikanlage-Anlage. Bei der Materialauswahl werden einfache, zweckmäßige und bewährte Baukonstruktionen und Tragwerke aus umweltverträglichen, nachhaltigen Baustoffen hohe Priorität erhalten.“

Hintergrund:

Die LWL-Klinik Lengerich für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ist 158 Jahre alt. Sie bietet 373 Planbetten und eine wohnortnahe ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlung im Versorgungsgebiet Kreis Steinfurt an. Sie hat derzeit rund 1.000 Mitarbeitende.

Bildtext: Über die Grundsteinlegung und den Baustart freuen sich (v.l.): Helmut Gesmann (LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb, Architekt), Bürgermeister Wilhelm Möhrke, LWL-Direktor Matthias Löb, Klaus Baumann (Vorsitzender der Landschaftsversammlung), Dr. Christos Chrysanthou (Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Lengerich), Prof. Dr. Meinolf Noeker (LWL-Krankenhausdezernent), Mechthild Bischop (Pflegedirektorin der LWL-Klinik Lengerich), Andrea Telljohann (Personalratsvorsitzende der LWL-Klinik Lengerich), Thomas Voß (Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik Lengerich).
Foto: LWL/J. Westerkamp

Neun Frauen und Männer in dunkler Kleidung und teilweise mit einem weißen Helm stehen vor einer großen Baustelle hinter einem kleinen Stück Mauer

08.03.2022 Leben mit einem Trauma – Risiko- und Schutzfaktoren

VHS-Vortrag in der Begegnungsstätte Buddemeier am 17. März

Für den größten Teil der Menschen besteht das Risiko, irgendwann im Leben einem traumatischen Ereignis ausgesetzt zu sein. Unfälle, Naturkatastrophen, Flucht oder zwischenmenschliche Gewalt und Missbrauch sind Beispiele für das breite Spektrum einschneidender Erlebnisse. Dieses zeigt sich auch gerade in der aktuellen Situation in der Ukraine, wo Menschen Tod, Leid und Flucht erleben müssen. Diese Erfahrungen können tief in das Seelenleben eingreifen und Spuren hinterlassen: Anhaltende seelische und körperliche Störungen können entstehen.
Aber ein beträchtlicher Teil der Betroffenen erholt sich nach einem traumatischen Ereignis und einer akuten Belastungsstörung nach einiger Zeit wieder und findet das seelische Gleichgewicht zurück. Das weist auf die besondere Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren hin. Die spezifische Verwundbarkeit und Resilienzfaktoren spielen dabei eine große Rolle.
Reinhard Kowol (Oberarzt) und Margret Kleine Kracht (Traumapädagogin und Sozialarbeiterin) aus der LWL-Klinik Lengerich werden sich in diesem Gesundheitsvortrag mit der Frage beschäftigen, was genau die Menschen ausmacht, die Schlimmes erlebt haben und nicht an einer anhaltenden Traumafolgestörung erkranken.
Ebenso möchten sie vermitteln, dass sich eine psychische Störung, der eine psychische Traumatisierung zugrunde liegt, gut behandeln lässt - vorausgesetzt sie wird als Traumafolgestörung erkannt.
In diesem Zusammenhang fällt der Information und Aufklärung von Betroffenen, deren Angehörigen, aber auch der Öffentlichkeit eine besondere Bedeutung zu. Diese Aspekte werden Reinhard Kowol und Margret Kleine Kracht ebenfalls thematisieren:
Was verringert die Gefahr, nach einer psychischen Traumatisierung eine Traumafolgestörung zu entwickeln?
Welche Unterstützung benötigen Menschen, um nach einer akuten Traumatisierung gesund bleiben zu können?
Woran erkenne ich psychisch traumatisierte Menschen und welche Unterstützung benötigen sie von ihrem Umfeld und dem Hilfessystem?
Die Veranstaltung bietet Besucher:innen ausreichend Zeit, um Fragen zu stellen.

Die Veranstaltung findet Donnerstag, 17. März, 19:30  bis
ca. 21 Uhr in der Begegnungsstätte Buddemeier,
Dorfstraße 19, 49549 Ladbergen statt.
Bei Interesse an dem Gesundheitsvortrag melden Sie sich bitte in der Volkshochschule an, Tel. 05481 93880
E-Mail: info@vhs-lengerich.de

Bildtext: Oberarzt Reinhard Kowol
Foto: Henrike Hochschulz

Ein lächelnder Mann mttleren Alters mit einem blauen Hemd und  dunklen Jacket

24.02.2022 Frischküche mit Produkten aus ökologischem Landbau

In der Großküche der LWL-Klinik Lengerich wird täglich für Patient:innen, Mitarbeiter:innen und externe Besucher:innen (außerhalb der Coronapandemie) Mittagessen frisch gekocht. Es gibt eine Auswahl zwischen vegetarischen und fleischhaltigen Gerichten. Einmal in der Woche besteht die Mittagsverpflegung ausschließlich aus vegetarischen oder veganen Gerichten. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit 2004 Produkte aus ökologischem Landbau – möglichst aus der Region - in der Küche verarbeiten, Eier und Schweinefleisch stammen sogar zu 100% aus ökologischem Landbau.  Putenfleisch beziehen wir aus Gründen des Tierwohls von einem Erzeuger aus der Region in Neuland-Qualität. Mittlerweile liegt der Bio-Anteil bei über 20 %. Die Mehrkosten fangen wir teilweise durch konsequente Berücksichtigung saisonaler und regionaler Produkte und die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung auf.

Seit 2011 verwenden wir ausschließlich MSC-zertifzierte Fischprodukte, Thunfisch kommt bei uns nicht auf den Teller. Vor kurzem hat die LWL-Klinik Lengerich ihren gesamten Kaffeebedarf auf Bio-Fairtrade-Kaffee umgestellt.
Die Zufriedenheit unserer Gäste mit der angebotenen Qualität ist in den letzten Jahren ständig gestiegen und hält sich auf einem Top-Niveau. Zahlreiche renommierte Auszeichnungen wie der INTERNORGA-Zukunftspreis für innovatives Verpflegungs-management oder auch die Nominierung für den Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ belegen unseren Erfolg.

Sieben kleine Fotos von Kräutern, Tomaten und Gurken

23.02.2022 Jüdisches Leben im Münsterland

Wanderausstellung vom 10. bis 27. März in der LWL-Klinik Lengerich

Aus dem Projekt „Spurensuche_n: Jüdisches Leben im Münsterland“ ist eine Wanderausstellung auf 14 historische Türen entstanden, die vom 10. bis 27. März donnerstags bis sonntags, 15 bis 18 Uhr, in der Kirche der LWL-Klinik Lengerich, Parkallee 10 gezeigt wird. Die Exponate, darunter zwei Türen der LWL-Klinik Lengerich und des Heimatvereins Lengerich e.V., verweisen auf besondere Orte, Themen und geschichtliche Ereignisse jüdischen Lebens in Münster und im Münsterland. Ergänzt werden diese Exponate durch einen Dokumentarfilm, der in sieben Episoden die aktuelle Lebenswelt der jüdischen Gemeinde in Münster darstellt.

Auch die Arbeitsgruppe „Lengericher Gedenkpfad“ der LWL-Klinik Lengerich hat eine der 14 Türen gestaltet. Damit möchte die Arbeitsgruppe Verantwortung für die Geschichte der Klinik übernehmen und auf die Krankentötungen von Patient:innen der damaligen Provinzial Heilanstalt Lengerich aufmerksam machen. Insgesamt konnten 440 Namen von ehemaligen Patienten und Patientinnen recherchiert werden, die den Krankentötungen zum Opfer fielen. Mit dem ersten Transport am 21.09.1940 wurden sieben Patienten jüdischen Glaubens Opfer dieses Verbrechens.

Als Gedenken für die Opfer der Krankentötungen haben Mandir Tix, Dr. Jörg Wittenhaus, Monika Zintel und Handwerker der Klinik eine Tür gestaltet, die 1940 in der Klinik hätte sein können und die Opfer wie auch Täter hätten benutzen können.

„Expedition Münsterland“

Seit 2010 macht die Expedition Münsterland der Arbeitsstelle Forschungstransfer an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster einzigartige Wissenschafts-Schauplätze im Münsterland erlebbar und lässt universitäre Forschung in der Region sichtbar werden. Das Projekt versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Die Expedition Münsterland wird maßgeblich durch und mit Bürgerengagement umgesetzt. Ausgangspunkte für viele Veranstaltungen sind Hinweise von Bürger:innen, die sich für ihre Umgebung interessieren und anschließend oft maßgeblich bei der Umsetzung der gemeinsamen Forschungsveranstaltungen mitwirken - inhaltlich und organisatorisch.

Geöffnet ist die Ausstellung „Spurensuche_n im Gestern und Heute“ vom 10. bis 27. März, donnerstags bis sonntags,
15 – 18 Uhr.
Es gilt die 2G+-Regel und die Nutzung einer FFP2-Maske.
Der Eintritt ist frei.
Kontakt: Marita Unterauer, Tel. 05481 12-2103
E-Mail: marita.unterauer@lwl.org

Foto: LWL/M. Zintel

Eine weiße Holztür in einem Holzrahmenständer steht auf einer Wiese mit Bäumen. Auf der Tür ist ein Foto von Bahngleisen, auf einer Tafel stehen Namen

08.02.2022 Wenn Covid auf die Psyche schlägt

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn über den Einfluss der Pandemie auf die mentale Gesundheit
Interview mit Joke Brocker (Westfälische Nachrichten Lengerich) und Dr. Sabine Ridder-Schaphorn (Oberärztin im Fachbereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LWL-Klinik Lengerich)

Joke Brocker: Lehrer und Sozialpädagogen bemerken zunehmend Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, die sie auf die Corona-Pandemie zurückführen. Wie aber stellt sich die Situation bei Erwachsenen dar? An ihnen werden die Auswirkungen der Pandemie vermutlich auch nicht spurlos vorübergehen?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Wir erleben einzelne Patienten, die unter einem Jobverlust aufgrund von Corona leiden. Insgesamt sind aber nicht so viele Menschen mit coronabedingten Erkrankungen in der stationären Behandlung, wie wir erwartet haben. Doch wir wissen auch, dass einige Menschen jetzt lieber nicht in ein Krankenhaus gehen, weil sie sich vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2, einer Quarantäne und Isolation fürchten. Ihnen – und besonders ängstlichen und depressiven Menschen - empfehle ich, lieber frühzeitig in die Behandlung zu kommen und sie nicht zu verschieben. Wir haben gute Behandlungskonzepte und auch in der Pandemie ein umfangreiches Behandlungsangebot. Unser Hygienekonzept und die Kohortenlösung ermöglichen einen angstfreien Aufenthalt in unserem Krankenhaus. Bei der Aufnahme macht jeder Patient einen PCR-Test und dann wöchentlich drei Schnelltests, so wie alle Mitarbeitenden.

Joke Brocker: Werden in Ihrem Haus vermehrt Patienten behandelt, die unter den Folgen des Lockdowns leiden?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Wir bemerken in der Corona-Pandemie, dass mehr Patientinnen und Patienten in unsere vier Ambulanzen im Kreis Steinfurt kommen. Viele sind erschöpft, haben ein Burnout. Die Belastung durch Homeoffice, Homeschooling, geschlossene Kitas, soziale Isolation und allgemeine Unsicherheit ist groß. Viele haben finanzielle Sorgen aufgrund der Pandemie. Viele Sportangebote, die einen Ausgleich bieten könnten, sind schon lange weggefallen. Wir sehen auch, dass der Alkohol- und Drogenkonsum in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat.

Joke Brocker: Gibt es unter Ihren Patienten Menschen, die unter den Folgen einer Covid-19-Infektion (Stichwort Long Covid) leiden?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Bisher nur wenige. Aber wir haben Patienten, die an den Folgen anderer Infektionen leiden und nun voller Hoffnung auf die neuen Spezialambulanzen für Long Covid-Patienten blicken, die sich in Deutschland etablieren.

Joke Brocker: Wie sehen die Krankheitsbilder bei Long Covid aus? Welche Symptome zeigen die Patienten?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Die betroffenen Menschen sind körperlich kaum belastbar und müde, auch wenn sie vorher ziemlich fit waren. Oft haben sie Luftnot. Psychische Folgen können Depressionen sein, weil Menschen sich der Krankheit ausgeliefert fühlen und keine Kontrolle haben. Sie erleben sich hilfsbedürftig, können zugleich aber schlecht Hilfe annehmen. Das gilt nicht nur für Corona, sondern auch für andere schwere Erkrankungen.

Joke Brocker: Wem macht die Pandemie mehr zu schaffen? Jüngeren oder eher älteren Menschen? Frauen oder Männern? Gibt es Menschen, die durch die Krise psychisch besonders gefährdet sind?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Mir liegen dazu keine gesicherten Daten vor. Gefühlt sind Menschen mit Mehrfachbelastungen – zum Beispiel Homeoffice, keine geregelte Versorgung der Kinder, reduzierte soziale Kontakte, der Wegfall sportlicher Aktivitäten – gefährdeter. Möglicherweise sind da Frauen mehr gefordert und belastet. Auch ängstliche Menschen sind eher eingeschränkt. Jugendliche, die sich eigentlich ausprobieren, die etwas mit anderen unternehmen wollen und das nun aufgrund der Pandemie-bedingten Einschränkungen nicht können, sind deutlich gefährdeter. Junge Erwachsene ziehen in der Pandemie häufig wieder nach Hause, obwohl es eigentlich die Zeit eines Ablösungsprozesses wäre.

Joke Brocker: Leiden Personen mit psychiatrischen oder psychosomatischen Grunderkrankungen möglicherweise mehr unter den Auswirkungen der Pandemie als bisher gesunde Personen? 

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Auch dazu gibt es bisher keine gesicherten Daten. In Bezug auf unsere Klinik liegen uns nur im Fachbereich für Suchterkrankungen mehr Anfragen für eine stationäre Behandlung vor. Psychotische Erkrankungen treten in der Pandemie scheinbar nicht häufiger auf als sonst. Menschen, die ängstlich und depressiv sind, reagieren in der Pandemie eher mit stärkerer Angst.

Joke Brocker: Ich persönlich empfinde das zweite Corona-Jahr als anstrengender, belastender als das erste Jahr. Während man im ersten Jahr noch voller Optimismus hoffen konnte, dass die Situation sich im nächsten Jahr entspannen würde, hat sich – zumindest bei mir – im zweiten Jahr der Pandemie ein Gefühl der Resignation breitgemacht. Ich habe aber auch mit Menschen gesprochen, die mir sagten, dass sie im ersten Jahr ein Gefühl der Todesangst verspürt hätten, sich aber im zweiten Jahr, vor allem aufgrund der Impfungen, sicherer fühlten. Ein Spiegel der Gefühlslage Ihrer Patienten?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Wir erleben beides. Jetzt überwiegt die Hoffnung auf einen Weg hin zu einer endemischen Lage verbunden mit mehr Freiheiten. Es gibt aber auch Menschen, die resignieren, weil trotz der Impfungen noch kein normales Leben möglich ist. In der Klinik selber gibt es eine ‚neue Normalität‘. Ich meine damit, dass die Mitarbeitenden eine gut funktionierende Routine in der Pandemie entwickelt haben, die Sicherheit gibt. Wir haben vieles gut geschafft, sind sehr kreativ, um den coronabedingten Wegfall von einigen Angeboten zu kompensieren. Die Zusammenarbeit funktioniert gut und wir schätzen den persönlichen Austausch noch mehr als vor der Pandemie. Das geht aber sehr vielen Menschen so.

Joke Brocker: Wie und in welcher Abteilung werden die psychischen Folgen der Pandemie bei Erwachsenen behandelt?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Die psychischen Folgen der Pandemie werden auf der Depressionsstation, im Fachbereich psychosomatische Medizin und Psychotherapie, im Fachbereich für Suchterkrankungen, in der Allgemeinpsychiatrie und bei älteren Menschen in der Abteilung Gerontopsychiatrie behandelt.

Joke Brocker: Welches Ziel hat die Therapie und wie lange müssen Patienten im Schnitt bei Ihnen verweilen?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Das kommt auf die Erkrankung an. Beispielsweise dauert ein Alkoholentzug zirka zehn Tage, eine Behandlung bei Ängsten und Depressionen zirka sechs Wochen. Grundsätzlich ist es das Ziel einer Therapie, die Eigenverantwortung und die Selbstwirksamkeit von Patientinnen und Patienten zu stärken. Wir unterstützen sie dabei, ihre eigenen Möglichkeiten und Stärken zu erkennen und nutzen. Vermeidungsverhalten wird dadurch reduziert.

Joke Brocker: Welche Möglichkeiten gibt es, sich auch in schwierigen Zeiten wie diesen gesund zu halten? Gibt es Bewältigungsstrategien, die helfen können, die Zeit der Pandemie möglichst ohne Ängste, Depressionen und andere gesundheitliche Probleme zu überstehen?

Dr. Sabine Ridder-Schaphorn: Alles, was Menschen guttut, ist auch in der Coronazeit gut: Den Tag strukturieren, Pläne machen, in Kontakt mit anderen sein, aktiv bleiben, ausreichend schlafen. Eine gesunde Ernährung und Lebensweise mit Sport und viel Bewegung, frischer Luft und Tageslicht, Entspannung, Musik, Hobbies und Tiere fördern die Gesundheit und das Wohlbefinden. Trotz aller Einschränkungen ist manches möglich. Viele Menschen sind dabei besonders kreativ geworden. Eine Assistenzärztin hat zum Beispiel ein Kinderbuch geschrieben und gestaltet tolle Online-Feierlichkeiten.

Weitere Informationen: Ein nachgestelltes Patientengespräch mit Dr. Sabine Ridder-Schaphorn zu Depressionen auf den Seiten des Kreises Steinfurt: https://www.youtube.com/watch?v=f_MsyiAcvfQ

Foto: Henrike Hochschulz

Eine lächelnde Frau mit blonden, hochgesteckten Haaren und einer weißen Bluse

07.02.2022 Wann macht Angst krank?

Gesundheitsvortrag in der Begegnungsstätte Buddemeier in Ladbergen

In ihrem Vortrag am Mittwoch, 16. Februar, 19.30 Uhr in der Begegnungsstätte Buddemeier, Dorfstraße 19, 49549 Ladbergen erläutert Dr. Rebekka Breustedt, Oberärztin in der LWL-Klinik Lengerich, wie sich zum Alltag zugehörige Ängste von krankhaften Ängsten unterscheiden. Wann spricht man von einer Angststörung und wie häufig treten Angststörungen eigentlich in der Bevölkerung auf? Das sind weitere Themen.

Dr. Breustedt berichtet außerdem darüber, welche verschiedenen Arten der Angststörung es gibt und wie sich diese äußern können. Wie kann man bei sich selbst oder zum Beispiel bei Angehörigen bemerken, dass es sich um eine Angststörung handeln könnte, sind ebenso Themen des Gesundheitsvortrags wie Hinweise darauf, wann man sich professionelle Hilfe holen sollte, wo man dafür Ansprechpersonen finden kann und wie die Behandlung von Angststörungen aussehen kann.

Foto: Henrike Hochschulz

Eine lächelnde Frau mit kurzen, dunklen Haaren und einer Brille sitzt auf einer Bank vor einem Fenster

04.02.2022 Minister Laumann: „Psychiatrie Lengerich ist ein wichtiger Anker in der Region“

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Bildtext: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (vorne Mitte) besuchte am 4. Februar die Klinik Lengerich des Landschafts-verbandes Westfalen-Lippe (LWL). Es begrüßten ihn der LWL-Direktor Matthias Löb (vorne l.), der LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker (vorne r.), der Ärztliche Direktor Dr. Christos Chrysanthou, Hermann Gemke, Leiter der Abteilung Psychiatrische Versorgung, Teilhabe und Pflege des LWL-Psychiatrieverbundes, Pflegedirektorin Mechthild Bischop und der Kaufmännische Direktor Thomas Voß (mittlere Reihe v.l.). Ebenfalls mit dabei die Personalratsvorsitzende Andrea Telljohann (hinten l.) und Ulrich Langenberg aus dem NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales.
Foto: Henrike Hochschulz

Eine Gruppe von sieben Männern und zwei Frauen steht auf einer Treppe in einer hohen Halle mit Säulen rechts und links der Treppe

01.02.2022 Ein Snoezelen-Raum zum Tiefenentspannen

Angehende Heilerziehungspfleger:innen engagieren sich im LWL-Wohnverbund Kreis Steinfurt

Innerhalb von nur zwei Wochen haben vier angehende Heilerziehungspfleger:innen im LWL-Wohnverbund Kreis Steinfurt mit den dort lebenden Klient:innen eine Wohlfühloase geschaffen, einen sogenannten Snoezelen-Raum. Das Wort „Snoezelen” (sprich: snuzelen) ist eine Phantasieschöpfung aus den beiden niederländischen Verben „snuffelen“ (kuscheln, schnuppern) und „doezelen“ (dösen, schlummern). Das Snoezelen entwickelte sich in den Niederlanden in den 1970er Jahren aus der Arbeit mit geistig behinderten Menschen.

In den Häusern an der Griesinger Straße 30a –d des LWL-Wohnverbundes Kreis Steinfurt leben Menschen mit Lernschwierigkeiten und z. T. mit einer psychischen Erkrankung.
Die angehenden Heilerziehungspfleger:innen aus dem Berufskolleg Tecklenburger Land des Kreises Steinfurt in Ibbenbüren – Sarah Hegemann, Lisa Hegemann, Sonja Korte und Kay Silbernagel – haben im Rahmen eines Projektes mit den Klient:innen nicht nur einen angenehmen Entspannungsraum und gemütlichen Rückzugsort gestaltet, sondern auch ein Angebot, das in die Freizeitgestaltung integriert werden kann.

Das spezielle Ambiente des neu gestalteten Raumes mit seinen besonderen Licht- und Klangeffekten sowie einer bequemen Lagerungsmöglichkeit auf einem beheizten Wasserbett mit dicken Kissen und warmen Decken führt zu einer Stimulation der sensitiven Wahrnehmung. Körperliche und seelische Entspannung, dringende Bedürfnisse der Klient:innen, werden gefördert. In der ruhigen Atmosphäre fühlen sich die Menschen geborgen. Durch neue Gardinen kann der Raum verdunkelt werden, Reize der Außenwelt werden bei Bedarf ausgeschlossen.

Die Zimmerwände sind in einem angenehmen Grün gestrichen, zwei große Wald- und Baumbilder auf Leinwand hat ein Bewohner fotografiert. Eine Fühlbox zur taktilen Wahrnehmung und ein Schrank mit Büchern und Spielangeboten sind beliebte Beschäftigungsangebote. Durch die Großzügigkeit eines anonymen Spenders konnte eine elektronische Anlage zur akustischen Wahrnehmungs- und Entspannungsförderung gekauft werden.

Die vier Studierenden, an deren zweijährige schulische Ausbildung ab Mai ein Anerkennungsjahr anschließt, haben ihre Projektaufgabe mit großer Freude, höchst engagiert und mit gutem Teamgeist umgesetzt. Das ist zu spüren, wenn sie von den Aufgaben berichten. Heilerziehungspfleger:innen sind für pädagogische, lebenspraktische Begleitung und Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf zuständig. Bei dieser beruflichen Tätigkeit geht es vor allem um Förderung und Teilhabe der Klient:innen.

Der LWL-Wohnverbund Kreis Steinfurt bietet Plätze für ein Anerkennungsjahr in diesem spannenden Beruf und fördert zudem die Ausbildung (junger) Menschen in diesem Feld. Interessierte können sich gerne jederzeit über das Sekretariat an die Leitung des Wohnverbundes wenden unter 05481 12 30 02.

Hintergrund:
In den Niederlanden der 1970er Jahre wurde das Snoezelen in Einrichtungen für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung entwickelt. Schnell wurde das Snoezelens über die Landesgrenzen bekannt und ist seit den 1990er Jahren weltweit verbreitet. Mittlerweile erfreuen sich alle Altersgruppen und Menschen in verschiedenen Lebensumständen an dieser besonderen Entspannungsform: In Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Seniorenheimen, Firmen oder Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Bildtext: Lichteffekte, verbunden mit Naturgeräuschen, Tönen und Musik wechseln und können je nach Bedarf gezielt eingesetzt werden.

Foto: LWL/J. Westerkamp

In einem verdunkelten Raum sind an der linken Wand und Zimmerdecke gelbe und grüne Lichteffekte. Im Hintergrund ist ein Bett, auf dem ein Mann liegt

28.01.2022 Vierbeinige Begleiter im LWL-Pflegezentrum Lengerich tun gut

„Nero“, „Tabu“ und „Emma“ sind „Therapeuten“ auf vier Beinen. Sie besuchen regelmäßig ältere Menschen im Pflegezentrum Lengerich des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auf persönliche Pflege und Betreuung angewiesen sind. Die Hunde vermitteln Zuneigung und erfreuen Menschen. Sie lassen sich gerne streicheln – das menschliche Bedürfnis nach Zärtlichkeit wird befriedigt, Körperwärme wird wahrgenommen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kann das Streicheln sogar einen hohen Blutdruck senken. Die kleine graue, französische Bulldogge Nero ist verspielt. Es entsteht wegen ihr Kommunikation auch bei Menschen, die sonst viel schweigen.

Hunde aktivieren Menschen auf vielfältige Weise. Es fängt an beim Beobachten der Tiere: Wo sind sie, was tun sie gerade? Der Dobermann Tabu geht manchen Morgen mit auf die Weckrunde. „Das sind die schönsten Morgen, wenn Tabu mich weckt“, erzählt eine Bewohnerin. „Sie und andere Bewohner:innen sind viel motivierter aufzustehen, wenn der Hund da ist“, erzählt Betreuungskraft Nicole Lange. Tabu hat mit seiner Besitzerin sogar trainiert, Socken zu apportieren und beim An- und Ausziehen von Jacken behilflich zu sein.

Nicole Lange hat langjährige Erfahrung mit tiergestützter Therapie. Sie erlebt, dass Hunde mit ihren unterschiedlichen Wesensarten auch unterschiedliche menschliche Bedürfnisse befriedigen können. Ihre achtjährige Hündin Emma hat ein ruhiges Wesen und liegt gerne bei Menschen und kuschelt mit ihnen. „Emma ist eine gute Trauerbegleiterin und Trösterin“, sagt sie. Ihr jüngerer Hund Tabu dagegen tobt auch gerne. Das findet zum Beispiel Mischa Henschke toll. Der Rollstuhlfahrer liebt es, mit Tabu im Garten zu sein und mit ihm zu spielen. „Wir erleben es auch, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner durch das Spiel mit den Hunden plötzlich beweglicher sind. Sie bücken sich, um einen Ball aufzuheben oder den Hund zu streicheln, auch wenn es ihnen sonst schwerfällt“, berichtet Einrichtungsleiterin Barbara Titze. Die Hunde haben oft eine Brückenfunktion zwischen den Bewohner:innen und zwischen Bewohner:innen und Therapeuten. „Die meisten Bewohner und Bewohnerinnen mögen die Anwesenheit der Hunde und man merkt eine größere positive Lebendigkeit“, so Titze. Mit den Hunden im Pflegezentrumsalltag werde mehr gelacht und miteinander gesprochen, sowohl bei den Bewohner:innen als auch den Mitarbeiter:innen. „Die Hunde sind eine Bereicherung“, davon ist Pflegefachkraft Jule Frühauf überzeugt, sie ist die Besitzerin von Nero.

Foto: Henrike Hochschulz

Ein lachender Mann in einem Rollstuhl hält eine gelbe Kappe in der Hand, nach der ein großer, dunkelbrauner Hund springt

06.12.2021 Nikoläuse überraschten Mitarbeiter:innen der LWL-Klinik Lengerich

Ein Lachen zum Dienstbeginn: Zwei Nikoläuse begrüßten heute (6. Dezember) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus der Nachtschicht kamen bzw. ihren Dienst antraten mit einem Schokoladen-Nikolaus und guten Wünschen für den Tag. “Bei den aktuellen Widrigkeiten und Anforderungen in der Coronazeit möchten wir uns mit dieser kleinen Geste bedanken”, erklärten die Nikoläuse, alias Pflegedirektorin Mechthild Bischop und Marco Schäfer (Stabsstelle Pflegemanagement).

Bildtext: Seit halb sechs auf den Beinen: Zwei Nikoläuse in der LWL-Klinik Lengerich versüßten den Wochenstart der Kolleg:innen.
Foto: LWL/Westerkamp

Eine Frau und ein Mann in Nikolauskostümen stehen vor einem beleuchteten Weihnachtsbaum

02.12.2021 Mischa Henschke: Ein spät entdecktes Talent präsentiert seine Werke

Die filigrane Weihnachtskrippe, die Mischa Henschke während der letzten zwei Jahre gebaut hat, wird seit gestern Nachmittag (1. Dezember) zum ersten Mal öffentlich präsentiert: Im Foyer der LWL-Klinik Lengerich fand eine Vernissage mit Werken von Mischa Henschke statt. Die Gäste staunten über die fein geschnitzten, detailreichen Figuren und Gegenstände und fanden bewundernde Worte – umso mehr, weil der Künstler nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Auch die ausdrucksstarken Tiergemälde begeisterten die Gäste.

Barbara Titze begrüßte die Anwesenden: „Als Einrichtungsleitung bin ich stolz darauf, dass ein künstlerisch so talentierter Bewohner bei uns lebt! Wir können im Pflegezentrum mehr, als Kastanienmännchen zum Abwinken zu basteln. Dabei spiele ich auf den Film ‚Sein letztes Rennen‘ mit Dieter Hallervorden an“, sagte Barbara Titze.

Alfred Lübbermann (fachliche Leitung zentrale Ergotherapie) erzählte von der „enormen Entwicklung“des Künstlers mit Hilfe der ambulanten Ergotherapie in der LWL-Klinik Lengerich: „In der Ergotherapie geht es darum, Menschen ins Handeln zu bringen, dabei vorhandene Ressourcen zu nutzen und zu fördern oder neue zu entdecken. Die Befindlichkeit soll stabilisiert werden und eine Verbesserung der aktuellen Lebenssituation herbeigführt werden. In diesem Prozess ist es wichtig, dass eine tragfähige Beziehung zwischen Therapeut:innen und Patient:innen aufgebaut wird“, so Lübbermann. Er dankte allen Kolleg:innen, die Hensche jahrelang eng in der Ergotherapie begleitet haben. „An den Werken von Mischa Henschke können Sie nachvollziehen, wie Kreativität und Tatendrang sich entwickeln können. Bestaunen Sie die filigranen Arbeiten“, forderte er die Gäste auf.

Vor dem Schlaganfall hat Mischa Henschke wenig gebastelt. “Eine neue Lebensphase kann auch Positives bewirken”, sagt er. “Ich habe in der Ergotherapie die Kunst als eine neue Möglichkeit entdeckt, kreativ und zufriedener zu sein. Denn die erste Zeit nach dem Schlaganfall mit den erheblichen Einschränkungen war schwer und ich war sehr niedergeschlagen”, berichtet Henschke. Mit Hilfe des Ergotherapeuten Roland Wegmann sind die künstlerischen Talente von Mischa Henschke entdeckt worden. Das tägliche Werken, bei dem er die Zeit und alles andere vergißt, haben ihm Kraft, Mut und Freude geschenkt. Durch die körperlichen Einschränkungen und weil der Rechtshänder plötzlich alles mit links machen muss, brauchen Tätigkeiten viel Zeit, aber Henschke ist geduldig und hat zudem praktisches, gutes Werkzeug.

Viele Ideen hat er schon umgesetzt zur Freude von Mitarbeitenden, Bewohner:innen und Patient:innen der Lengericher LWL-Einrichtungen: Zum Beispiel hängen in Eingangsbereichen der Klinikkantine und Physiotherapie bunte, dreidimensionale Holzcollagen mit passenden Motiven zum jeweiligen Funktionsbereich. In der Ergotherapie werden praktische Werkstücke von ihm täglich genutzt. Und im Eingangsbereich des Pflegezentrums entdeckt man seit einigen Monaten sein Porträt von Peter Joseph Lenné, dem Namensgeber der Pflegeeinrichtung. Informationen zum Leben und Schaffen von Lenné hat die Altenpflegerin Ulrike Dellbrügge zusammengefasst und daneben platziert.

Von einem für Lengericher Bürger:innen interessanten Detail erzählte Henschke ganz am Ende der Veranstaltung, als er nach vielen Gesprächen doch noch Zeit für eine Tasse Kaffee fand. Den kleinen Jesus hat er aus einem Stück Holz von der über 100 Jahre alten Blutbuche geschnitzt, die vor fast drei Jahren hinter dem ehemaligen Hotel “Werlemann” gefällt wurde.

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Die Ausstellung im Foyer der Verwaltung der LWL-Klinik Lengerich, Parkallee 10, 49525 Lengerich, ist bis 30. Dezember montags bis freitags (außer an den Feiertagen) 8 – 17 Uhr geöffnet. Es gilt die 2G-Regel (geimpft oder genesen). Der Eintritt ist frei.

Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Ein Mann mit einer dunklen Kappe sitzt hinter einem Tisch, auf dem links eine Weihnachtskrippe steht und rechts eine Weihnachtspyramide

19.11.2021 Portal der LWL-Klinik Lengerich wird am 25. November beleuchtet

Mit Teilnahme an „Orange the world“ Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen

In diesem Jahr beteiligt sich die LWL-Klinik Lengerich am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, der am 25. November jährlich stattfindet. Überall auf der Welt werden dann bei Beginn der Dunkelheit Gebäude orange angestrahlt, um hiermit ein Zeichen zu setzen und auf die Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen hinzuweisen.

1999 wurde der 25. November offiziell von den Vereinten Nationen als Gedenk- und Aktionstag ausgerufen. Die Farbe Orange soll hierbei eine Zukunft ohne Gewalt symbolisieren.

Das Thema Gewalt gegen Frauen lässt sich an erschreckenden Zahlen verdeutlichen. Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Frauen, vor allem politische engagierte Frauen, sind sehr häufig Opfer von Hate Speech (Deutsch „Haßrede“) im Internet.

„Diskriminierendes Verhalten beginnt aber schon früher: Mit der alltäglichen Anmache, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen. Auch wenn Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen, handelt es sich um eine Form von Gewalt. Die LWL Klinik Lengerich wird das Hauptportal orange anstrahlen, um sich hiermit gegen Gewalt an Frauen zu positionieren und solidarisch ein Zeichen zu setzen“, erklärt die Vertreterin des LWL-Referats für Chancengleichheit, Elisabeth Post-Dömer.

Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Ein rotes Backsteingebäude mit zwei hohen Türmen. Rechts und links stehen hohe Bäume mit gelbem Herbstlaub

16.11.2021 Hervorragende Zusammenarbeit zwischen Kreis Steinfurt und LWL-Klinik Lengerich bestätigt

Bei seinem Antrittsbesuch am Dienstag (16. November) in der LWL-Klinik Lengerich informierte Landrat Dr. Martin Sommer die Betriebsleitung über Strukturveränderungen in der Kreisverwaltung. Dr. Karlheinz Fuchs als Leiter des neuen geschaffenen Dezernates "Gesundheit und Bevölkerungsschutz", Siegfried Bergmann, Leiter des Gesundheitsamtes sowie Dezernent Tilman Fuchs begleiteten ihn.

Besonders während der Coronapandemie bewährt sich die exzellente Zusammenarbeit zwischen Kreis und LWL-Klinik Lengerich. Das betonten alle Teilnehmenden. Weitreichende Themen des Treffens waren außerdem die Krankenhausplanung, der Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen, das Steinfurter Bündnis gegen Depression e.V. sowie die Zusammenarbeit bei der Facharztausbildung Öffentlicher Gesundheitsdienst. "Es gibt eine große Übereinstimmung bei der Bewertung der einzelnen Themen. Wir freuen uns sehr über den Antrittsbesuch des Landrates, der die gegenseitige Wertschätzung für die enge Zusammenarbeit im Sinne der bestmöglichen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Steinfurt untermauert", resümierte Voß.

Bildtext:
Dr. Karlheinz Fuchs (Dezernent Kreis Steinfurt), Siegfried Bergmann (Amtsleiter Gesundheitsamt Kreis Steinfurt), Thomas Voß (Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster), Dr. Martin Sommer (Landrat Kreis Steinfurt), Mechthild Bischop (Pflegedirektorin der LWL-Klinik Lengerich), Dr. Christos Chrysanthou (Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Lengerich), Tilman Fuchs (Dezernent Kreis Steinfurt), Dr. Bernward Siegmund (stellv. Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Lengerich)
Foto: LWL/Westerkamp

Sieben Männer und eine Frau stehen vor einer Eingangstür zu einem roten Backsteingebäude

08.11.2011 Denkmäler der LWL-Klinik Lengerich werden mit Bundesmitteln gefördert

Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat am 5. November 2011 fünf Förderbescheide in einer Gesamthöhe von rund 631.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm X übergeben. Von der finanziellen Unterstützung profitiert auch die LWL-Klinik Lengerich: 472.000 Euro Förderung erhalten die Häuser 04 und 05 des denkmalgeschützten, über 150 Jahre alten Gebäudekomplexes. Gefördert wird die umfangreiche Instandsetzung- und Erhaltungsmaßnahmen an den Außenhüllen und in den Innen­räumen. Zukünftig sollen hier unter anderem Räumlichkeiten für Fortbildungen, ein Restaurant für Patient:innen, Mitarbeitende und die Öffentlichkeit sowie Dienstzimmer für Ärzte entstehen. Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten der Maßnahmen liegen bei rund 944.000 Euro. „Es ist eine besondere Auszeichnung für uns, dass durch die Bewilligung unseres Antrags das denkmalgeschützte Altbauensemble der LWL-Klinik Lengerich als national bedeutsames Kulturdenkmal gewürdigt wurde. Darauf können wir stolz sein“, sagte Thomas Voß, der Kaufmännische Direktor.
Die symmetrisch um einen Innenhof angelegte Gebäudegruppe, zu der die Häuser 04 und 05 gehören, wurde von Baumeister Maximilian Nohl entworfen. Im Jahr 1867 wurde der Bau von Baumeister Dittmar beendet. Der Gebäudekomplex ist dem Eklektizismus zuzuordnen. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts dienten die Gebäude der Unterbringung und Behandlung von Patientinnen; zuletzt waren hier der LWL-Wohnverbund Kreis Steinfurt, der Treffpunkt und die Fortbildung der Klinik untergebracht.
„Mit diesem Sonderprogramm wird das Engagement der Eigentümerinnen und Eigentümer im besonderen Maße gewürdigt, die sich für den Erhalt wertvoller Kulturgüter in unserer Region einsetzen. Darüber freue ich mich sehr“, sagte Regierungspräsidentin Dorothee Feller bei der Bescheidübergabe am Domplatz in Münster.

Bildtext:
Es freuen sich über den Förderbescheid (v.l.): Denkmalschutz-Hauptdezernentin Karin Geißler, Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik Lengerich Thomas Voß und Mitarbeiterin aus dem Dezernat für Denkmalschutz Melanie Schüler. Foto: Bezirksregierung Münster

Eine Frau überreicht einem Mann eine Urkunde, daneben stehen zwei weitere Frauen

01.10.2021 Neue Rufnummern in den Lengericher LWL-Einrichtungen

Zentrale Rufnummer bleibt erhalten

Die neue Telefonanlage der LWL-Klinik Lengerich wird Mittwoch, 6. Oktober frei geschaltet. Die zentrale Klinik-Telefonnummer 05481 12-0 bleibt erhalten. Alle Nebenstellen (Telefon- und Faxanschlüsse) der LWL-Klinik Lengerich, des LWL-Wohnverbundes Kreis Steinfurt und des LWL-Pflegezentrums Lengerich am Standort Lengerich erhalten neue Rufnummern (vierstellige Durchwahl).
Vielen Kontaktpersonen haben Mitarbeitende der LWL-Einrichtungen bereits ihre neuen Rufnummern mitgeteilt. Wer aber noch eine alte Telefon- oder Faxnummer wählt, wird ab Mittwoch (6. Oktober) mit der Zentrale verbunden. Die Mitarbeitenden teilen die neuen Nummern mit und stellen eine Verbindung her. Die Klinik bittet Anrufer:innen in den ersten Tagen nach der Umstellung um etwas Geduld.
Telefonzentrale: 05481 12 0
Die neue Telefonnummer des Zentralen Belegungsmanagements: 05481 12 2900

Wichtige Telefonnummern und Ansprechpartner:innen finden Sie auf der Klinikhomepage unter "Kontakt"

Foto: lwl/Jutta Westerkamp

 

Ein bärtiger Mann mittleren Alters hält ein Telefon in der Hand. Auf dem Tisch hinter ihm sind Telefongeräte und viele Kabel

29.09.2021 Massiver Apfel-Diebstahl von LWL-Klinik-Streuobstwiesen

Nur knapp 600 Liter Bio-Apfelsaft hat die LWL-Klinik Lengerich am 29. September mit Hilfe der mobilen Mosterei gewonnen – in Spitzenjahren lagen die Erträge zwischen 1.600 und 2.700 Liter. Der Kaufmännische Direktor Thomas Voß und Gärtnermeister Christian Jenner äußerten sich enttäuscht darüber. Genauso wie viele Mitarbeitende, die gerne für sich und ihre Familien ausreichend Apfelsaft für die Wintermonate gekauft hätten. Jetzt können sie nur fünf Liter pro Mitarbeiter:in erwerben, denn es stehen bei weitem nicht mehr so viele Fünfliterboxen wie sonst zur Verfügung.
Es gibt verschiedene Gründe für den außergewöhnlich niedrigen Ertrag – der Diebstahl von rund 800 bis 1000 Kilogramm Äpfel verärgert die Klinikleitung und Jenner am meisten. „In den letzten Tagen vor der Ernte gab es offenbar eine massive Diebstahlwelle von unseren Äpfeln der Streuobstwiesen, insbesondere im südlichen Klinikpark“, so Voß, und weiter: „Wegen des großen Diebstahl-Umfangs werden wir Anzeige erstatten. Denn die Klinik ist dadurch massiv geschädigt worden. Der Ausschank und Verkauf an Patienten und Mitarbeitende kann jetzt nur sehr eingeschränkt erfolgen, das tut mir sehr leid. Außerdem nutzen wir unser tolles Bio-Apfelsaft-Projekt seit vielen Jahren zu Marketingzwecken. Auch das ist jetzt kaum mehr möglich.“
Zwei weitere Gründe für die vergleichsweise geringe Ernte, jedoch längst nicht so schwerwiegende wie der Diebstahl, sind der feuchte letzte Sommer sowie die Neuverpachtung der Gut-Stapenhorst-Streuobstwiesen. Denn seit 2015 konnten die Gärtner:innen der LWL-Klinik diese Bäume nach Absprache mit den Ledder Werkstätten als Pächter ebenfalls nutzen. Besonders der dadurch gewonnene Apfel-Birnensaft war sehr beliebt. Neuerdings ist Chiel van Dyck der Pächter der Gut-Stapenhorst-Streuobstwiesen und mostet selber.
Die Betriebsleitung der LWL-Klinik Lengerich bittet um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung, um den massiven Apfeldiebstahl im Park der LWL-Klinik Lengerich aufzuklären. „Natürlich haben wir nichts dagegen, wenn der ein oder andere Besucher einen heruntergefallenen Apfel isst. Aber wenn Menschen mit Schubkarren, großen Behältern oder Autoan-hängern kommen, ist das einfach Diebstahl, den wir auch in Zukunft anzeigen werden“, erklärt Voß entschlossen.
Tel. LWL-Klinik Lengerich, Sekretariat Kaufmännische Direktion: 05481 12-223 (ab 06.10.: 12-1003)

Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Grüne Birnen und Äpfel in einem gelben Beutel liegen auf Tetrapacks

05.09.2021 Noch freie Plätze bei Gedenkpfadveranstaltung am 21. September

Kommenden Dienstag (21.9.), 17 Uhr, findet das jährliche Aktive Erinnern auf dem Lengericher Gedenkpfad und im Festsaal der LWL-Klinik Lengerich statt (die WN berichtete). Dabei wird nach einem „Soundwalk“ von der Pforte bis zur Namenstafel und einer meditativen Rosenniederlegung auf besondere Art der 440 ehemaligen Klinikpatienten und –patientinnen gedacht, die Opfer des Naziregimes wurden: Alle Namen werden aufgerufen. Der Komponist und Klangkünstler Kai Niggemann begleitet die Lesenden mit seiner Musik.

Es sind noch Anmeldungen möglich bei Marita Unterauer, Tel. 05481 12-377, E-Mail: marita.unterauer@lwl.org

Foto: lwl/Jutta Westerkamp

In einem von roten Backsteinwänden umgebenen Innenhof mit einem Bogen steht eine metallische Tafel, auf der viele Namen stehen

05.08.2021 Kinderferienprogramm der LWL-Klinik Lengerich endete mit Schatzsuche

Spielen, singen, malen und basteln mit verschie-denen Materialien, Blumen umtopfen und eine Schatzsuche –
das erlebten 14 Kinder von Mitarbeitenden der LWL-Klinik Lengerich beim traditionellen Ferienprogramm.

Im verkehrsberuhigten Innenhof des historischen Gebäude-komplexes an der Parkallee 10 waren ein geräumiges Zelt und ein Pavillon aufgebaut – ideale Rückzugsorte. „Hier haben wir gegessen, gebastelt und aus Büchern vorgelesen, wenn ein Regenschauer kam“, erzählten die betreuenden Studentinnen Pauline Wockenfuß und Hannah Meincke.

Ausflüge standen auch auf dem Programm – zum Hortensia Garden und Grünen Raum, zum Spielplatz und zur Eisdiele. Die Klinik-Gärtner:innen unterstützten nicht nur mit der Bereitstellung von Wasserrutschen das Ferienprogramm, sondern bauten auch einen kindgerechten Pflanztisch auf. So konnten selbst die Fünfjährigen unter Anleitung von Ute Bögel umtopfen lernen und eine eigene Blume mitnehmen. Jeden Mittag konnten sich Kinder und Betreuerinnen beim kindgerechten Mittagessen aus der Klinikküche stärken.

Foto: lwl/Jutta Westerkamp

14 Kinder halten jeweils eine Pflanze im Blumentopf in der Hand, vier junge Frauen stehen ebenfalls in der Gruppe vor einem Pflanztisch mit Erde

01.07.2021 Interaktive „Zaubertafel“ fasziniert demenzkranke Menschen und Pflegende

Alles nur eine Illusion? Nein. Projektion! Blätter fallen raschelnd auf einen Tisch, schwebende bunte Seifenblasen, Blaumeisen, die auf der Tischplatte sitzen und nach Futter picken, Schmetterlinge landen auf einer Hand, aus Pflanzlöchern wachsen Tomaten, es regnet und sie wachsen. Sechs Senioren sitzen um den Tisch und sehen auf diese wechselnden Szenen. Und greifen ein, im wahrsten Sinn.

Der „Zaubertisch“ oder die „Tovertafel“ wurde in den Niederlanden konzipiert und entwickelt, um die Passivität von Menschen mit Demenz zu durchbrechen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Ein Beamer, der an der Zimmerdecke über dem Tisch hängt, kann viele verschiedene Bilder, längere Szenen wie zum Beispiel Gartenarbeit vom Pflanzen bis zum Ernten, Grafiken, Wörter, Sätze und Töne projektieren. Das Faszinierende ist, dass alle Spiele interaktiv sind. Die Betrachter können nämlich die vermeintlichen Blätter mit der Hand wegwischen, Seifenblasen durch Berührung platzen lassen, Meisen füttern und Schmetterlinge auf dem Arm landen lassen. Sie können Buchstaben verschieben, um Worte zu vervollständigen und Töne durch Berühren einer Spieluhr erklingen lassen.

„Die Tovertafel ist etwas Besonderes, eine Innovation. Sie zeigt, wie Pflege heute moderne Technik einsetzen kann“, erklärt Christian Brake, Pflegeentwickler in der Abteilung Gerontopsychiatrie der LWL-Klinik Lengerich. Die Verbesserung der Lebensqualität durch Aktivierung sei ein wichtiger Bestandteil im Umgang mit Menschen mit Demenz. Die Tovertafel sei so konzipiert, dass für alle Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen ein passendes Spiel zur Verfügung stehe. Somit könne für jeden Betroffenen das richtige Maß zwischen Unter- und Überforderung gefunden werden.

Sie fördert die Aufmerksamkeit und kognitiven Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten. Sie regt die Sinne an und fördert die Gruppenzugehörigkeit und Beziehungsfähigkeit.

Auch Menschen mit schwersten Einschränkungen können durch die Tovertafel durch ihr eigenes Handeln eine Reaktion erhalten.

Seit letzten Januar ist die sogenannte Zaubertafel in der Abteilung Gerontopsychiatrie in der Lengericher Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LW) im Einsatz – ausschießlich mit positiven Effekten. „Ein Teil der Menschen mit Demenz zieht sich auf Grund der Auswirkungen der Erkrankung zurück, ist still, ängstlich und unsicher. Diese Menschen müssen wieder das Gefühl bekommen, dass sie aktiver Teil unter ihren Mitmenschen sind, dass die Dinge gut sind, so wie sie sie tun. Passivität ist für uns Pflegende ein herausforderndes Verhalten, auf das wir nun eine weitere Möglichkteit haben einzuwirken, um das Wohlbefinden zu verbessern“, so Brake.

Die Reaktion der Patienten auf die bewegten Bilder erfolgt oft schnell: Sie richten ihre Blicke auf die Szenen, sprechen darüber, greifen im wahrsten Sinn mit den Händen in die Szenen ein. Das Mitarbeiterteam ist begeistert von der modernen Technik mit ihren neuen Möglichkeiten. „Die Zaubertafel ist täglich im Einsatz. Sie steigert die Lebensqualität durch positive Emotionen“, sagt Christian Brake. Häufig knüpfen die Szenen an Alltagserfahrungen und Alltagswissen der Patienten an. Dass man beim Mitmachen nichts falsch machen könne, erhöhe die Motivation aktiv zu bleiben. 

Bildtext: Eine leichte Bewegung mit der Hand über den Tisch lässt die Farbe der Sterne von Weiß zu Lila übergehen und wohlklingende Geräusche entstehen.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine Hand wischt über helle, bunte Lichtreflexe auf einem Tisch

23.06.2021 Mitarbeitende der LWL-Klinik Lengerich retten Mauersegler das Leben

Eine Maus, vermuteten Mechthild Bischop, die Pflegedirektorin der LWL-Klinik Lengerich, und ihre Assistentin Marita Unterauer, als sie Trippeln auf der Flurdecke hörten. Aber sie huschen meistens schnell weiter – das Trippeln hörte nicht auf. Und so baten die beiden Frauen ihre Kollegen vom technischen Service, auf dem leer stehenden Dachstuhl über ihren Büros nach der Ursache zu sehen.
Wen Walter Jedlitzki und Andreas Härtel nach einigem Suchen schließlich fanden, war ein völlig entkräfteter Mauersegler, der den Weg aus dem Dachstuhl zurück in die Freiheit nicht mehr gefunden hatte. Dass dem Vogel schnellstens geholfen werden musste, war den Rettern sofort klar.
Glücklicherweise wussten sie, dass mehrere Kolleg:innen im LWL-Klinikverbund Lengerich/Münster sich seit Jahren in einem Netzwerk um Tiere in Not kümmern. So konnte Elke Bobrowski schnell den Transport des schwachen Mauerseglers nach Münster organisieren, wo ihre Tochter ihn gleich mit einer Infusion versorgte. Parasiten wie zum Beispiel Lausfliegen hatte er nicht, aber er wog viel zu wenig, um fliegen zu können: statt 40 Gramm nur 29. „Leider blieb der Versuch, den Mauersegler mit geeigneten Insekten zu füttern, zunächst erfolglos“, erzählt Anke Voß, ebenfalls engagierte Tierschützerin. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung, wie empfindlich Mauersegler sind. „Diese Vögel müssen im wahrsten Sinn mit Handschuhen angefasst werden, damit ihre Federn nicht zerzaust werden und sie dann flugunfähig werden“, erzählt sie und weiter: „Da es in Münster keine Auffangstation gibt, hat mein Mann den Vogel noch am Abend zu einer Expertin für Mauersegler und ihre private Auffangstation nach Rheine gefahren.“  Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster, hatte zwar einen fordernden Arbeitstag hinter sich, aber der Transport des Vogels nach Rheine war für ihn selbstverständlich. „Toi, toi, toi, wir drücken dem ‚Verflieger‘ alle Daumen, damit er wieder zu Kräften kommt. Das Team Technischer Service sucht bereits nach der möglichen Einflugstelle auf dem Dachstuhl von Haus 02, um sie zu schließen und andere Vögel vor dem Schicksal des Mauerseglers zu bewahren.“

Der TSV Nestwerk Münsterland e.V. Das Nestwerk unterstützt Tierhalter bei Fragen und Problemen der Tierhaltung und vermittelt Kontakte zu Tierschutzorganisationen, Auffangstationen und Spezialisten für verschiedene Tierarten im Bereich Heimtiere und Wildtiere in Notfällen. Bei der Tierpflege auf Gegenseitigkeit unterstützen sich Mitglieder des Nestwerkes gegenseitig z. B. im Krankheits- oder Urlaubsfall. Das Nestwerk arbeitet mit anderen Tierschutzvereinen, Organisationen und Einzelpersonen in der Region zusammen und unterstützt bzw. initiiert lokale Tierschutzprojekte. Im Falle eines Tierschutz-Notfalls können Sie den Verein auf dem Notfall-Telefon unter 0176 21388851 erreichen. Wenn Sie sich engagieren möchten ist Dirk Heidotting, Tel. 0251 14910325 Ihr Ansprechpartner.                 
https://nestwerk-ms.de

Bildtext: Der Mauersegler war völlig entkräftet, als er gefunden wurde.
Foto: lwl/Thomas Voß

Zwei Hände halten einen dunkelgrauen Mauersegler

03.05.2021 Barbara Titze neue Leiterin des LWL-Pflegezentrums Lengerich

Neue Leiterin des LWL-Pflegezentrums Lengerich ist seit dem 1. Mai Barbara Titze. Die gebürtige Lünenerin war zuletzt Einrichtungs-leitung einer Fachklinik auf Borkum und zuvor viele Jahre als Diplom-Sozialpädagogin und Qualitätsmanagementbeauftragte dort tätig. „Es ist mein Ziel, meine persönlichen Stärken sowie die langjährige Berufserfahrung in psychosozialer Arbeit, Qualitäts-management und Leitungsaufgaben zu nutzen, um die Belange sowohl der Bewohner und Bewohnerinnen als auch der Mitarbeitenden des Pflegezentrums vertreten zu können. Hierbei ist mir wichtig, bereits gut funktionierende Strukturen und Prozesse zu nutzen und neue Ideen da einzubringen, wo es erforderlich erscheint. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten liegt mir dabei sehr am Herzen,“ so die neue Einrichtungsleiterin.

Thomas Voß, der Kaufmännische Direktor des LWL-Pflegezentrums Lengerich, begrüßte gemeinsam mit dem Leiter des Sachbereichs Teilhabe und Pflege des LWL-PsychiatrieVerbundes Westfalen, Thomas Knüpffer, und der Vorsitzenden des örtlichen Personalrates Andrea Telljohann Barbara Titze heute (3.5.) ebenso herzlich wie André Slaar als neuen Pflegedienstleiter. Der 50-Jährige kennt den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Arbeitgeber bereits, denn seit 2004 war er pflegerische Stationsleitung in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine. Nebenberuflich studiert er zurzeit Pflegemanagement.

Voß: „Ich freue mich sehr, dass wir beide Führungspositionen zeitgleich so qualifiziert nachbesetzen konnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit Frau Titze und Herrn Slaar die erfolgreiche Arbeit des Peter-Josef-Lenné-Hauses ebenso wie die wirtschaftliche Konsolidierung fortsetzen.“

Voß bedankte sich herzlich bei Marco Schäfer und Alex Eiterig, die nach ihrer kommissarischen Tätigkeit in diesen Funktionen in die LWL-Klinik Lengerich zurückkehren.

Bildtext: Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor des LWL-Pflegezentrums Lengerich (r.) und seine Stellvertreterin Angelika Kortemeyer (2.v.r.) begrüßten zusammen mit Thomas Knüpffer (l.), Marco Schäfer (2.v.l.) und Andrea Telljohann (3.v.l.) die neue Einrichtungsleiterin Barbara Titze (3.v.r.) und den neuen Pflegedienstleiter André Slaar (Mitte).
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Vier Männer und drei Frauen stehen im Abstand von je zwei Metern auf einer Rasenfläche vor einem großen Baum. Drei halten je einen Blumenstrauss

22.03.2021 Identische Blutbuchen durch Veredelung

Lengerich (lwl). Ein entschlossener, präziser Schnitt, ein genauer Blick – Gärtnermeister Christian Jenner ist zufrieden mit der glatten Schnittfläche an einem 25 Zentimeter langen Edelreiser. Für einen zweiten Schnitt setzt er das scharfe Messer an einer ein Meter hohen Buche an. Dann fügt er die zwei genau passenden Schnittflächen zusammen und umwickelt sie zur Stabilisierung mit einem Silikonband. „Bei der Veredelung werden Zweige einer Pflanze auf einer anderen Pflanze befestigt. Ziel ist es, die einzelnen Äste zu klonen“, erklärt Jenner der Auszubildenden Nina Teepe.

Wer veredelt, schafft Klone der Ursprungsart. „Damit möchte man die Pflanze selbst und ihre positiven Eigenschaften vollständig erhalten“, so Jenner. Das ist ihm in diesem Fall ein besonders wichtiges Anliegen, sogar ein Herzenswunsch. Denn die Ursprungspflanze, von der Anfang März über 50 Edelreiser aus einjährigen Zweigen zur Veredelung geschnitten worden sind, ist die imposante Blutbuche im Innenhof der LWL-Klinik Lengerich. Mit ihrer ausladenden Krone und den glänzenden bordeaux farbigen Blättern, die sich im Laufe des Jahres wunderschön in ein mattdunkles, fast schwarzes Rot verfärben, ist sie einer der eindrucksvollsten Bäume im Klinikpark. „Dieser vitale Baum ist geradezu ein Sinnbild für die Schönheit un­serer Natur am Standort Lengerich. Trotzdem mussten wir uns nach Ab­wägung aller Anforderungen an Be­handlungsauftrag, Denkmalschutz, Naturschutz und wirtschaftliche As­pekte schweren Herzens zu der Er­kenntnis durchringen, dass die Blut­buche nicht gehalten werden kann“, berichtete Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster. So wie er bedauern viele Menschen in der Klinik und in Lengerich außerordentlich, dass die Buche dem Krankenhausneubau letztendlich doch weichen muss. „Leider kann ein rund 80 Jahre alter Baum nicht umgepflanzt werden. Deshalb möchte ich unbedingt den Genpool der Blutbuche erhalten. Der Baum hat viele gute Eigenschaften, er ist robust und hat auch die Trockenheit der letzten Jahre bisher gut überstanden“, sagt Jenner.
Während bei der natürlichen Fortpflanzung die Pflanzeneigen-schaften abgeschwächt vererbt werden, lassen sich bei einer Veredelung die positiven Eigenschaften vollständig erhalten und vermehren. Jenner nennt noch einen nennenswerten Vorteil: „Für die Veredelung spricht auch, dass es eine schnelle Methode der Vermehrung ist. Wie lange dauert es sonst, bis aus Samen gezogene Gewächse heranwachsen und einen stabilen Stamm ausbilden.“
Die Blutbuche ist mit 40 bis 50 Zentimeter Zuwachs im Jahr eine schnellwachsende Pflanze. Die meisten ihrer über 50 Klone werden mit besonders guter Pflege zu gesunden, kräftigen jungen Bäumen heranwachsen. „Wir sind froh, dass die Blutbuche in den Schösslingen weiterleben wird und wir zu gegebener Zeit die Nachkommen an prominenter Stelle im Park pflanzen können“, so Voß.

Bildtext: Es gibt verschiedene Veredelungsmethoden: Beim Veredeln durch Kopulation werden zwei genau passende Schnittflächen an Unterlage und Edelreiser zusammengefügt. Edelreiser und Trieb wachsen senkrecht aufeinander.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine Hand hält einen schräg angeschnittenen Zweig, die andere das passgenaue Gegenstück eines zweiten Zweiges

11.03.2021 Eine Benjeshecke ist ein wertvoller Beitrag zum Natur- und Artenschutz

Lengerich (lwl). In jedem Frühjahr fällt im fast 30 Hektar großen Park der LWL-Klinik Lengerich viel Grünschnitt an. Oft wurde er geschreddert, um dann auf Beeten verteilt zu werden. Ein großer Teil der dünneren Zweige und Äste dient aber in diesem Jahr dem Anlegen einer sogenannten Benjeshecke um den Wanderparkplatz herum. „Eigentlich ist das, was wir jetzt neu anlegen, keine Hecke, sondern ein Totholzstreifen. Er bietet Insekten, Vögeln, Kaninchen und Igeln Schutz und einen natürlichen Lebensraum“, erklärt Gärtnermeister Christian Jenner.

Zusammen mit der Umweltmanagementbeauftragten Maria Terpelle-Winkelhüsener und dem Gärtner Daniel Böhmann hat er letzte Woche Gehölzschnitt von Bäumen und Sträuchern locker aufeinandergestapelt und überstehende Äste beschnitten. „Durch Windanflug und Vogelkot entsteht auf natürliche Weise das Aussamen von Pflanzen, so dass die Benjeshecke eines Tages wieder grünen wird“, berichtet Maria Terpelle-Winkelhüsener. Aus Naturschutzsicht sei eine Benjeshecke eine wertvolle Art der Gartengestaltung – und zudem wenig aufwendig. „Benjeshecken sind ideal für den heimischen Garten, um Gehölzschnitt wieder zu verwenden. Sie können jahrelang als Kompost für Grünschnitt dienen“, sagt sie und nennt gleich einen weiteren Vorteil: „Man kann dadurch auch Kosten für die Neupflanzung einer Hecke sparen, die zudem viel pflegeintensiver ist.“ Außerdem sei eine Benjeshecke, die man mit entsprechenden Stützpfählen bis zu zwei Meter hoch stapeln kann, ein guter und günstiger Sichtschutz. Den Namen erhielt die Hecke übrigens vom Landschaftsgärtner Hermann Benjes, der sie in den 80er Jahren beschrieb. Doch schon lange vorher wurden in der Landwirtschaft solche Hecken angelegt.

Bildtext: Die Umweltmanagementbeauftragte Maria Terpelle-Winkelhüsener beschneidet überstehende Äste einer rund 70 Zentimeter hohen Benjeshecke mit einer Astschere.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine junge Frau schneidet mit einer großen Astschere überstehende Zweige von einer etwa 70 cm hohen Totholzhecke ab

15.02.2021 Moderne und professionelle Wundversorgung in der LWL-Klinik Lengerich

Lengerich (lwl). Seit mehreren Jahren verfügt die LWL-Klinik Lengerich über zertifizierte Wundexpertinnen. So erwarben Sabrina Tluczikont und Varinia Rosenthal schon 2018 die „Qualifikation zur Wundexpertin“ nach den Richtlinien der Initiative „Chronische Wunden e.V.“ (ICW) beim TÜV Rheinland. Leonie Lütkeschümer (r.) und Laura Kubsch erweitern jetzt als „Wundexpertinnen ICW“ das Team. „Sie geben die Expertise innerhalb des Krankenhauses zur Sicherstellung einer qualifizierten Pflege von Patientinnen und Patienten mit Wunden weiter“, freut sich der stellvertretende Pflegedirektor, Stephan Bögershausen.
Die beiden neuen Wundexpertinnen unterstützen ihre Kolleginnen insbesondere in der Abteilung Gerontopsychiatrie, stehen aber der gesamten Klinik an den Standorten Lengerich und Rheine für Fragen rund um die Wundbeobachtung, -versorgung und -dokumentation von chronischen Wunden zur Verfügung.
„Die Einsatzgebiete sind auch in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus vielfältig und reichen von Wunden im Zusammenhang mit dem diabetischen Fußsyndrom bis hin zu Wunden, die in Folge von Stürzen im Rahmen einer Demenz oder eines Substanzmissbrauchs aufgetreten sind. Die gezielte Anwendung des großen Angebotes an Wundauflagen unterschiedlicher Hersteller erfordert umfangreiches Wissen und Erfahrung“, so Bögershausen.

Bildtext: Laura Kubsch (l.) und Leonie Lütkeschümer sind in der LWL-Klinik Lengerich jetzt speziell ausgebildete Fachkräfte für die Wundversorgung.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Zwei junge, langhaarige Frauen halten je eine Urkunde und einen Blumenstrauß in der Hand. Sie lächeln und tragen eine weiße Mund-Nasenschutz-Maske

04.02.2021 Neubau mit 120 Betten für LWL-Klinik Lengerich beschlossen

Lengerich (lwl). Die Klinik Lengerich des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) soll einen Neubau für 120 Betten sowie den Umbau der Denkmalgebäude 4 und 5 erhalten: Der LWL-Gesundheits- und Krankenhausausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag (4.2.) seine Zustimmung zu diesen Plänen mit einem Finanzvolumen von 31,5 Millionen Euro gegeben. Sie werden auch noch nach baufachlichen und finanziellen Aspekten in weiteren Ausschüssen diskutiert.  Der LWL-Landschaftsausschuss entscheidet am 19. März abschließend über das Bauprojekt.

„Mit dem Baubeschluss haben wir einen substanziellen und kraftvollen Einstieg in die bereits 2019 beschlossene, strategische Standortentwicklungsplanung für die LWL-Klinik Lengerich“, so LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker.

Die Investitionskosten für diesen Bauabschnitt liegen bei 31,5 Millionen Euro und werden zum größten Teil aus Klinikmitteln finanziert. Auch wenn der Baustart erst für Anfang 2022 geplant ist, beginnt jetzt die Zeit der intensiven Vorbereitung, zumal dieser erste Bauabschnitt in der Standortentwicklungsplanung der LWL-Klinik Lengerich den umfangreichsten darstellt.

Mit dem Umbau der Gebäude 4 und 5 und der Errichtung des Neubaus werden Räumlichkeiten geschaffen, mit denen die Behandlungsangebote und Prozesse weiter verbessert werden. So ist nach Auskunft von Noeker die bauliche Konzentration auf das Kerngelände der Klinik zum Beispiel nicht nur energieeffizienter und wirtschaftlicher, sondern bedeutet vor allem für Patienten, Besucherinnen und Mitarbeitern verkürzte Wegezeiten – „selbstverständlich barrierefrei“.

„Im Neubau sollen ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote sowie Aufnahmeprozesse und Therapieangebote zusammengeführt werden. Das wird eine bedeutsame Verbesserung für unsere Patientinnen und Mitarbeitenden sein“, berichten Dr. Christos Chrysanthou, der Ärztliche Direktor. Pflegedirektorin Mechthild Bischop betont: „Wir werden einen modernen Krankenhausstandard in ansprechenden Gebäuden anbieten. Die Verbindung von moderner Architektur mit sanierten denkmalgeschützten Gebäudebereichen wird die Aufenthaltsqualität wesentlich erhöhen. Auch unsere Ambulanzen gewinnen dadurch an Attraktivität.“

In dem Neubau sollen die Behandlungsschwerpunkte mit psychiatrischer, psychotherapeutischer und psychosomatischer Orientierung konzentriert werden. Spezielle Angebote für Menschen mit affektiven Erkrankungen, Traumafolgestörungen und psychosomatisch erkrankte Patienten sind hier vorgesehen. Mit dem Neubau werden zugleich 23 Tagesklinikplätze auf den Stationen eingerichtet.

„Die Wegeführungen im Gebäude sind klar gegliedert und bieten Patienten, Besucherinnen und Personal eine eindeutige Orientierung. Aufweitungen von Fluren schaffen Aufenthalts- und Verweilbereiche und unterstützen ein gemeinschaftlich-offenes Miteinander von Patienten, Pflegepersonal, Psychologinnen, Ärzten und Therapeutinnen. Die Flurzonen bieten abwechslungsreiche Ausblicke. Großzügige Fensterflächen sorgen für eine natürliche Belichtung und Belüftung“, erklärt Helmut Gesmann vom LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb.

Im Neubau werden zudem das Fortbildungszentrum und ein öffentlich zugängliches Café mit Blick auf den Innenhof angesiedelt. Der vorhandene, denkmalgeschützte Innenhof bleibt in seiner Struktur erhalten und wird durch die Neubaumaßnahmen aufgewertet. Von Patientinnen, Besuchern und Mitarbeitenden kann der Innenhof dann jederzeit genutzt werden.

Die neu gestalteten und gut erreichbaren Parkplatzflächen in unmittelbarer Nähe zum Neubau und Denkmalschutzbereich tragen, so Gesmann, zu einer Verbesserung der bestehenden Situation bei. Sämtliche Gebäude und Therapieangebote können vom zentralen Parkplatz barrierefrei und rollstuhlgerecht erreicht werden. Gesicherte Fahrradstellplätze sollen den Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität u.a. durch E-Bikes fördern.

„Wir haben bei den Planungen in besonderer Weise Aspekte des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit sowie die Anforderungen an den Denkmalschutz berücksichtigt“, erläuterte Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Lengerich und Münster.

Eine schwierige Entscheidung betraf die rund 80 Jahre alte Blutbuche im Innenhof der Klinik, die im zukünftigen Baufeld eines Anbaues im kommenden 2. Bauabschnitt stehe. „Dieser vitale Baum ist geradezu ein Sinnbild für die Schönheit unserer Natur am Standort Lengerich. Trotzdem mussten wir uns nach Abwägung aller Anforderungen an Behandlungsauftrag, Denkmalschutz, Naturschutz und wirtschaftliche Aspekte schweren Herzens zu der Erkenntnis durchringen, dass die Blutbuche nicht gehalten werden kann“, berichtete Thomas Voß. Der Gärtnermeister der LWL-Klinik Lengerich, Christian Jenner, wolle den Genpool der Blutbuche erhalten. Aktuell würden bereits Rotbuchen-Schösslinge mit Trieben der 80 Jahre alten Lengericher Rotbuche veredelt. „Wir sind froh, dass die Blutbuche in den Sämlingen weiterleben wird und wir zu gegebener Zeit die Nachkommen an prominenter Stelle im Park pflanzen können“, so Voß.

Seit vergangenem Oktober laufen schon die Abbrucharbeiten der Häuser 21, 22, 23 und 29 am nördlichen Rand des Klinikparks – aus artenschutzrechtlichen Anforderungen in den Wintermonaten außerhalb der Brut- und Nistzeiten von Wildvögeln.

Bildtext: LWL-Klinik Lengerich: Visualisierung Standortentwicklungsplanung, Links: Neubau mit 120 Betten.
Grafik: LWL/agn

Luftbildaufnahme eines rechteckigen, roten Backsteingebäudekomplexes mit einem großen Innenhof, umgeben von hohen Bäumen

26.01.2021 LWL-Klinik Lengerich veröffentlicht Dokumentarfilme über den Lengericher Gedenkpfad

Lengerich (lwl). Vor vier Jahren wurde der Lengericher Gedenkpfad in der LWL-Klinik Lengerich eröffnet, der an die staatlich organisierten Krankenmorde während der Zeit des Nationalsozialismus erinnert und über das erlittene Unrecht informiert. Namentlich bekannt sind 440 Patienten und Patientinnen, die 1940 und 1941 aus dieser Klinik mit dem Ziel der Tötung abtransportiert wurden. An jedem 21. September, dem Datum des ersten Transportes findet in der LWL-Klinik Lengerich eine Veranstaltung zum Aktiven Erinnern statt. „Denn wir wollen nicht nur erinnern. Unsere Verpflichtung besteht darin, für eine humane Psychiatrie als Teil einer lebenswerten Gesellschaft Sorge zu tragen…Dies bedeutet für uns als Klinik, für jede Einzelne und für jeden Einzelnen, eine Haltung zu fördern, die mit Wachsamkeit Gefährdungen der Menschenwürde entgegentritt.“ steht auf der letzten Tafel des Gedenkpfades.

Im letzten Jahr konnte das Aktive Erinnern wegen der Corona-Pandemie nur in einem kleinen, internen Kreis stattfinden. Die Veranstaltung und die Lesung von Barbara Stellbrink-Kesy aus ihrer Doppelbiographie „Unerhörte Geschichte“ wurde aber filmisch dokumentiert. Ebenso ist im letzten Herbst ein Dokumentarfilm über den Lengericher Gedenkpfad gedreht worden. Passend zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, stellt die LWL-Klinik Lengerich die Filme (auch Versionen in Gebärdensprache und mit Untertiteln) der Öffentlichkeit auf dem YouTube-Kanal „LWL-Klinik Lengerich“ zur Verfügung.

Foto: Eine Sandsteinstele des Künstlers Mandir Tix auf dem Lengericher Gedenkpfad.
Foto: lwl/Jutta Westerkamp

Eine Sandsteinstele mit quadratischen Zahlenkästchen. Eine weisse Rose liegt auf der Stele

15.12.2020: "Radikale Akzeptanz statt romantischer Erwartungen": Weihnachten in der Pandemie

Münster/Lengerich (lwl). Die Covid19-Pandemie hat viele Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Jetzt steht die nächste Herausforderung für die Menschen bevor: Weihnachten unter Corona-Bedingungen. Zu dem üblichen "Weihnachtsstress" kommen dieses Jahr die Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus sowie die pandemiebedingten Einschränkungen im Lockdown dazu. Der Psychosomatiker und ärztliche Psychotherapeut Dr. Christoph Theiling, bereichsleitender Oberarzt an der LWL-Klinik Lengerich, gibt Antworten und Tipps zum Umgang mit dem Weihnachtsstress unter Coronabedingungen:

Wieso sind Weihnachtsfeiertage Ursache für persönlichen, aber auch familiären Stress?
Christoph Theiling: Die Weihnachtszeit könnte eigentlich eine besinnliche, gemütliche und fröhliche Zeit sein. Aber häufig ist das Gegenteil wahr: Weihnachtszeit bedeutet für viele persönlicher und familiärer Stress, jeder sucht das perfekte Geschenk, den optimalen Weihnachtsbaum und Festtagsbraten. An vielen Tagen hintereinander sind sich die Familienmitglieder sehr nah - heutzutage ist das aber außerhalb der Feiertage nicht mehr die Regel. Gerade an den Weihnachtstagen, die für viele Menschen mit Sehnsucht nach Liebe und Harmonie verbunden sind, eskalieren deswegen Konflikte am ehesten.
Das liegt oft an den romantischen Erwartungen, die jeder von einem gelungenen Weihnachtsfest in der Familie hat, die mit der Realität des Alltags aber nicht immer zu vereinbaren sind. Zu vergleichen ist das mit den Erwartungen von einem perfekten Geburtstag. Werden diese hohen Erwartungen enttäuscht, reagieren Familienmitglieder dann mit Wut und Verzweiflung.

Weihnachten in der Corona-Pandemie: Wie verstärkt das noch den psychischen Druck in den Familien?
Christoph Theiling: Familiäre Traditionen und Rituale der Weihnachtszeit dienen dazu, gemeinsame Identität und Zugehörigkeit zu stiften. Geraten diese Strukturen ins Wanken, kann bei all der gesellschaftlichen Unsicherheit in der Pandemie eine zusätzliche Belastung für die Familien entstehen. Es ist verständlich, dass Veränderungen in der Weihnachtszeit durch die Pandemie Familien verunsichern und einzelne Familienmitglieder traurig oder wütend machen können. Hinzu kommen durch die Pandemie und den damit verbundenen Lockdown entstandene, massive finanzielle Existenzsorgen in vielen Familien. Zudem ist in der "dunklen Jahreszeit" das Risiko einer saisonalen Depression ohnehin schon erhöht.

Wie kann es dennoch ein relativ entspanntes und friedliches Weihnachtsfest werden?
Christoph Theiling: Das Fest wird für viele anders sein als sonst - kleiner, vielleicht ruhiger und mit kreativen Lösungen. Sprechen Sie rechtzeitig mit der Familie und Freunden darüber, mit wem und wie Sie Weihnachten verbringen werden. Machen Sie einen konkreten Plan. Sprechen Sie andere Menschen an, erlauben Sie sich, um Unterstützung zu bitten.
Ich empfehle, das Konzept der Radikalen Akzeptanz anzuwenden - übrigens auch ein erfolgreicher Ansatz in der Psychotherapie. Es beschreibt die aktive Entscheidung von Menschen in psychischer Not, Dinge, die man nicht beeinflussen kann, zu akzeptieren. Dies bedeutet nicht, etwas gutzuheißen oder einverstanden zu sein, sondern lediglich, die Realität so zu sehen, wie sie ist - bedingungslos.

Was raten Sie, wenn es trotzdem in den Familien kracht?
Christoph Theiling: Häufig eskalieren Konflikte auch in Familien, wenn Alkohol im Spiel ist. Das bedeutet, dass man an diesen Feiertagen maßvoll oder überhaupt nicht Alkohol konsumieren sollte. Darüber hinaus sollte es Weihnachten auch Rückzugsmöglichkeiten innerhalb der Familie geben. Wenn es zu eng wird in der Wohnung, einfach mal raus und spazieren gehen. Mit Humor und gegenseitiger Wertschätzung lassen sich die meisten Konflikte in der Familie entschärfen.

Bildtext: Dr. Christoph Theiling
Foto: Henrike Hochschulz

Ein lächelnder Mann mittleren Alters mit braunen Haaren, einem weißen Hemd und schwarzen Jacket steht vor einem Fenster

14.12.2020: Immerwährender Kalender zeigt die Schönheit des LWL-Klinikparks

Lengerich (lwl). Stimmungsvolle Bilder aus dem Park der LWL-Klinik Lengerich schmücken jetzt einen immerwährenden Kalender. Die Fotos stammen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zeigen aus der Sicht derer, die in der LWL-Klinik täglich arbeiten, die Schönheit der weitläufigen Parklandschaft am Südhang des Teutoburger Waldes: Erste Frühlingsboten, bunte Blumenwiesen im Sommer, prachtvolle Farbenspiele im Herbst oder der Reiz von klaren Winternachmittagen.

Die Bilder sind aus einem Fotowettbewerb hervorgegangen, den der Arbeitskreis Umweltschutz ausgerufen hatte. Es war gleichzeitig das 78. selbst gesteckte Umweltziel der LWL-Klinik Lengerich, die ihr Umweltmanagement nach den strengen Regeln von EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ausrichtet. „Umweltschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagt Peter Gillmann, Umweltmanagementbeauftragter in den LWL-Kliniken Lengerich und Münster.
„Mit dem Fotokalender möchten die Mitarbeitenden nicht nur auf den nachhaltigen Umweltschutz der LWL-Klinik Lengerich hinweisen und Interessierten Anregungen geben, sondern auch ein schönes Ambiente im Büro-Alltag schaffen.“
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lengericher LWL-Einrichtungen haben jederzeit die Möglichkeit, Vorschläge für Umweltziele einzureichen. Insgesamt 89 Umweltziele hat sich die LWL-Klinik Lengerich in den letzten neun Jahren gesetzt, viele zur Einsparung von Energie, Material und Ressourcen, CO2-Einsparung und zum Boden- und Gewässerschutz.

Den Fotokalender zum Preis von acht Euro kann jeder Interessierte bei Maria Terpelle-Winkelhüsener, Umweltmanagementbeauftragte bestellen: Telefon 05481 12-390, E-Mail: maria.terpelle-winkelhuesener@lwl.org

Auf einer schwarzen Titelseite des LWL-Klinik-Lengerich-Kalenders ist das Foto eines roten Backsteingebäudes mit zwei hohen Türmen, davor hohe Bäume

14.12.2020: Musik steigert die Lebensqualität

Lengerich (lwl). „Gefragt warum“: So heißt ein Stück aus der neuen CD der Musikwerkstatt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie Rheine, die zur LWL-Klinik Lengerich gehört. „Diesen Song finde ich besonders gelungen“, sagt Frank Lehnhoff, der das CD-Projekt leitet. „Er drückt zum Beispiel aus, dass man auf verschlungenen Wegen mehr sehen kann, als wenn man immer geradeaus geht – ­und der Song macht Mut“, sagt der Musiktherapeut. Geschrieben hat ihn ein Patient. In der Musikwerkstatt wurde an einem Musikstück gefeilt und dieses schließlich in einem professionellen Studio aufgenommen. Für die CD wurden zudem noch drei weitere Lieder von Patientinnen und Patienten eingespielt.

Rund zehn Männer und Frauen nutzen regelmäßig das Werkstattangebot des Therapeuten. Sie spielen gemeinsam Bass, Gitarre oder Keyboard. Sie texten und singen ihre eigenen Lieder und treten auch auf: Mindestens einmal im Jahr gibt es ein Livekonzert. „Einige Patienten bleiben auch nach dem stationären Aufenthalt in der ambulanten Therapie der Musikwerkstatt treu und proben regelmäßig zweimal in der Woche“, sagt Frank Lehnhoff. Die Musik verbindet die Mitglieder. „Viele sind wieder gut im Alltag angekommen und unterstützen mit ihrer Erfahrung diejenigen, die noch mehr Hilfe benötigen.“ Zurzeit ist coronabedingt jedoch eine Zwangspause notwendig.

Vor sechs Jahren hatte die Musikwerkstatt zum ersten Mal eine CD herausgegeben. „Das war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein besonderes Erlebnis, das nachhaltig positiv auf das Selbstwertgefühl gewirkt hat“, erinnert sich Lehnhoff. Auch unter den Kolleginnen und Kollegen der LWL-Klinik Lengerich und in der Öffentlichkeit fand die Aufnahme ein positives Echo. „Wir werden die Stücke der neuen CD auch im Internet veröffentlichen“, kündigt der Musiktherapeut an, der hofft, dass die Lieder noch eine breitere Aufmerksamkeit erfahren. Aber auch, wenn es nur eine kleinere Fangemeinde geben sollte:

Für die teilnehmenden Patientinnen und Patienten ist das Projekt schon jetzt ein Gewinn: „Sie haben gemeinsam etwas Neues geschaffen.“

Eine leuchtend organgefarbene Titelseite einer CD mit gelber Schrift "So lala"